Kreisstraße 35n: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Kreisstraße 35n ('''K35n''') ist eine in Vorbereitung befindliche Kreisstraße in [[Pelkum]], die von der [[Rathenaustraße]] parallel zum [[Wiescher Bach]] zur [[Kamener Straße]] verlaufen wird. Sie soll unter anderem der Entlastung der Kamener Straße und der besseren Anbindung des Gewerbegebiets [[Schieferstraße]] dienen und mittelfristig den geplanten [[Multi-Hub Westfalen]] wie auch das [[CreativRevier Heinrich-Robert]] mit der geplanten [[Bundesstraße 63n]] (B63n) verbinden.  
Die Kreisstraße 35n ('''K35n''') ist eine in Vorbereitung befindliche Kreisstraße in Hamm-[[Pelkum]], die von der [[Rathenaustraße]] parallel zum [[Wiescher Bach]] zur [[Kamener Straße]] verlaufen wird. Sie soll unter anderem der Entlastung der Kamener Straße und der besseren Anbindung des Gewerbegebiets [[Schieferstraße]] dienen und mittelfristig den geplanten [[Multi-Hub Westfalen]] wie auch das [[CreativRevier Heinrich-Robert|CreativRevier]] auf dem Gelände der ehemaligen [[Zeche Heinrich-Robert]] mit der geplanten [[Bundesstraße 63n]] (B63n) verbinden.  


Die finale Planung der seit 2009 angedachten Straße befindet sich seit Juni 2025 in der Ausschreibung.
Die finale Planung der seit 2009 angedachten Straße befindet sich seit Juni 2025 in der Ausschreibung.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
die K35n ist bereits seit dem Beschluss 0124/09 des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr vom 8. Dezember 2009 zumindest angedacht.<ref name="k35nhammde">Stadt Hamm (Hg.): [https://www.hamm.de/k35n ''Aus- oder Neubau der nördlichen Weetfelder Straße (K 35n)''] (Pressemitteilung). In: hamm.de, zul. abgerufen am 7. Mai 2024.</ref>. Planerin und künftige Eigentümerin der Straße ist die Stadt Hamm.<ref name="k35nhammde-2">Stadt Hamm (Hg.): [https://www.hamm.de/k35n/planungsprozess ''Planungsprozess'']. In: hamm.de, zul. abgerufen am 7. Mai 2024.</ref> Seitdem die Stadt Hamm und DB Cargo planen, den [[Rangierbahnhof]] Hamm zu einem try-modalen Güterdrehkreuz (Straße – Schiene – Wasserwege) auszubauen, wird derBau der B63n und der K35n verstärkt forciert.
Die K35n ist bereits seit dem Beschluss 0124/09 des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr vom 8. Dezember 2009 zumindest angedacht<ref name="k35nhammde">Stadt Hamm (Hg.): [https://www.hamm.de/k35n ''Aus- oder Neubau der nördlichen Weetfelder Straße (K 35n)''] (Pressemitteilung). In: hamm.de, zul. abgerufen am 7. Mai 2024.</ref>. Planerin und künftige Eigentümerin der Straße ist die Stadt Hamm.<ref name="k35nhammde-2">Stadt Hamm (Hg.): [https://www.hamm.de/k35n/planungsprozess ''Planungsprozess'']. In: hamm.de, zul. abgerufen am 7. Mai 2024.</ref> Seitdem die Stadt Hamm und DB Cargo planen, den [[Rangierbahnhof]] Hamm zu einem try-modalen Güterdrehkreuz (Straße – Schiene – Wasserwege) auszubauen, wird der Bau der B63n und der K35n verstärkt forciert.


Am 8. April 2025 beriet der Rat der Stadt Hamm über die Vorzugsvariante für den Ausbau von Rathenaustraße und die Errichtung der K35n. Dabei wurde Variante 6, die entlang des Wiescher Bachs führen soll, mit 52 Ja-Stimmen und vier Gegenstimmen beschlossen:<ref>Stadt Hamm (Hg.): [https://ratsinfo.hamm.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZUYpkwIK6V08YJqLv8s3POFCqZalcBSCenaj48xRemJP/Oeffentliche_Niederschrift_Rat_08.04.2025.pdf Öffentliche Niederschrift der 26. Sitzung des Rates] am Dienstag, 08.04.2025, 16:00 Uhr bis 17:34 Uhr in den Multifunktionsraum des Kurhauses, S. 15.</ref>
Am [[8. April]] [[2025]] beriet der Rat der Stadt Hamm über die Vorzugsvariante für den Ausbau von Rathenaustraße und die Errichtung der K35n. Dabei wurde Variante 6, die entlang des Wiescher Bachs führen soll, mit 52 Ja-Stimmen und vier Gegenstimmen beschlossen:<ref>Stadt Hamm (Hg.): [https://ratsinfo.hamm.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZUYpkwIK6V08YJqLv8s3POFCqZalcBSCenaj48xRemJP/Oeffentliche_Niederschrift_Rat_08.04.2025.pdf Öffentliche Niederschrift der 26. Sitzung des Rates] am Dienstag, 08.04.2025, 16:00 Uhr bis 17:34 Uhr in den Multifunktionsraum des Kurhauses, S. 15.</ref>


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Anfang Juni 2025 schrieb die Stadt Hamm sodann die Planung der beiden erforderlichen Verkehrsanlagen sowie den Anschluss an das [[CreativRevier Heinrich-Robert] europaweit aus. Bieter konnten sich bis zum 24. Juni 2025 bewerben. Die Planungen für die Trasse entlang des Wiescher Bachs fallen zunächst in den Bereich des [[Lippeverband]]es, der im Juni 2025 bereits hiermit begonnen hatte. Er will die Planungen bis Ende 2025 beendet haben.
Anfang Juni 2025 schrieb die Stadt Hamm sodann die Planung der beiden erforderlichen Verkehrsanlagen sowie den Anschluss an das [[CreativRevier Heinrich-Robert] europaweit aus. Bieter konnten sich bis zum [[24. Juni]] 2025 bewerben. Die Planungen für die Trasse entlang des Wiescher Bachs fallen zunächst in den Bereich des [[Lippeverband]]es, der im Juni 2025 bereits hiermit begonnen hatte. Er will die Planungen bis Ende 2025 beendet haben.


== Trassierung ==
== Trassierung ==
Zunächst befanden sich insgesamt sechs Trassenverläufe zwischen dem [[Daberg]] und der [[Weetfelder Straße]] in der Diskussion. Hiervon setzte sich die verkehrstechnisch effizienteste Variante 6 durch, die vorsieht, dass die Straße auf einem Damm des [[Lippeverband]]es verläuft, der den [[Wiescher Bach]] einfasst.  
Zunächst befanden sich insgesamt sechs Trassenverläufe zwischen dem [[Daberg]] und der [[Weetfelder Straße]] in der Diskussion. Hiervon setzte sich die verkehrstechnisch effizienteste Variante 6 wenig überraschend durch, die vorsieht, dass die Straße auf einem Damm des [[Lippeverband]]es verläuft, der den [[Wiescher Bach]] einfasst.  


Zur Realisierung dieses Straßenverlaufs müsste der Wiescher Bach zwischen [[Kamener Straße]] und [[Rathenaustraße]] weiter Richtung [[Daberg]] verlegt werden.<ref name="wade2405-1"/> Das Projekt greift damit potenziell in das [[Natur- und Umweltschutz in Hamm|Landschaftsschutzgebiet]] (LSG) „Wiescherbach-Senke“ ein.<ref name="k35nhammde"/> Allerdings plant der Lippeverband in diesem Bereich ohnehin die Verlegung des Bachs.<ref name="wade240515">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/woher-fuehrt-die-35n-trasse-am-wiescher-bach-ist-klarer-favorit-93072376.html ''Woher führt die K 35n? Trasse am Wiescher Bach ist klarer Favorit'']. In: wa.de vom 15. Mai 2024.</ref> Zu einem „Infomarkt“ zur K 35n im Mai 2024 erschienen rund 50 Bürger.<ref name="wade240515"/> 
Zur Realisierung dieses Straßenverlaufs müsste der Wiescher Bach zwischen [[Kamener Straße]] und [[Rathenaustraße]] weiter Richtung [[Daberg]] verlegt werden.<ref name="wade2405-1">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/verkehrsgutachten-buergerinformation-zur-k35n-in-hamm-zum-93050001.html ''Bis zu 10.500 Fahrzeuge am Tag auf umstrittener Straße in Hamm erwartet'']. In: wa.de vom 5. Mai 2024.</ref> Das Projekt greift damit potenziell in das [[Natur- und Umweltschutz in Hamm|Landschaftsschutzgebiet]] (LSG) „Wiescherbach-Senke“ ein.<ref name="k35nhammde"/> Allerdings plant der Lippeverband in diesem Bereich ohnehin die Verlegung des Bachs.<ref name="wade240515">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/woher-fuehrt-die-35n-trasse-am-wiescher-bach-ist-klarer-favorit-93072376.html ''Woher führt die K 35n? Trasse am Wiescher Bach ist klarer Favorit'']. In: wa.de vom 15. Mai 2024.</ref>  


== Verkehrsbelastung ==
== Verkehrsbelastung ==
Das ''Gutachterbüro Brilon Bondzio Weiser'' ging davon aus, dass ab 2030 täglich 6.700 Pkw und 600 Lkw diese Trasse nutzen würden, 500 davon zum Multi-Hub Westfalen. Die Weetfelder Straße und die Kamener Straße im Bereich Daberg würden mit dieser Variante am meisten entlastet.<ref name="wade240515"/> Laut Westfälischem Anzeiger wird das Verkehrsaufkommen dagegen bis zu 13.000 Fahrzeuge am Tag betragen.<ref name="wade250606"/>
Das ''Gutachterbüro Brilon Bondzio Weiser'' ging davon aus, dass ab 2030 täglich 6.700 Pkw und 600 Lkw diese Trasse nutzen würden, 500 davon zum Multi-Hub Westfalen. Die Weetfelder Straße und die Kamener Straße im Bereich Daberg würden mit dieser Variante am meisten entlastet.<ref name="wade240515"/> Laut Westfälischem Anzeiger wird das Verkehrsaufkommen dagegen bis zu 13.000 Fahrzeuge am Tag betragen.<ref name="wade250606"/>
== Bürgerbeteiligung ==
Zu einem „Infomarkt“ zur K 35n im Mai 2024 erschienen rund 50 Bürger.<ref name="wade240515"/> 


== Umweltschutz ==
== Umweltschutz ==
In den obligatorischen Umweltuntersuchungen wurde ein Teich in der Nähe der Firma [[PreZero Flexible Packaging GmbH|PreZero]] als Habitat des Kammmolches klassifiziert, sodass die Straße in diesem Bereich verschwenkt werden muss.<ref name="wade250606">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/planung-fuer-drei-strassenbauprojekte-in-hamm-ausgeschrieben-k35n-93753669.html ''Es geht ans Eingemachte: Planung für umstrittene Straße ausgeschrieben'']. In: wa.de vom 6. Juni 2025.</ref>  
In den obligatorischen Umweltuntersuchungen wurde ein Teich in der Nähe der Firma [[PreZero Flexible Packaging GmbH|PreZero]] als Habitat des Kammmolches klassifiziert, sodass die Straße in diesem Bereich verschwenkt werden muss.<ref name="wade250606">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/planung-fuer-drei-strassenbauprojekte-in-hamm-ausgeschrieben-k35n-93753669.html ''Es geht ans Eingemachte: Planung für umstrittene Straße ausgeschrieben'']. In: wa.de vom 6. Juni 2025.</ref>  


=== Kritik ===
== Kritik ==
Die [[Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft e. V.]] (BG Weetfeld) opponiert gegen den Bau der K 35n. 2023 wurden auf zwei Feldern auf Anhänger gespannte, permanente Transparente errichtet, mit denen gegen den Bau der [[Bundesstraße 63n|B 63n]] und K 35n geworben wird. Gegenüber dem [[WA]] begründete die BG Weetfeld ihren Widerstand unter anderem wie folgt:
Die [[Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft e. V.]] (BG Weetfeld) opponiert gegen den Bau der K 35n. 2023 wurden auf zwei Feldern auf Anhänger gespannte, permanente Transparente errichtet, mit denen gegen den Bau der B63n und K35n geworben wird. Gegenüber dem [[WA]] begründete die BG Weetfeld ihren Widerstand unter anderem wie folgt:


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Die ''[[Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft e. V.]]'' (BG Weetfeld) kündigte bereits im März 2025 nach der Empfehlung des Bauvorhabens durch die Bezirksvertretung Pelkum an, gegen die K35n klagen zu wollen, allerdings erst bei Rechtskraft des Bebauungsplans und sofern die nötigen Gelder für die Prozesskosten eingesammelt werden können.<ref name="wade250320">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/neue-strasse-vor-kreisstrasse-35n-buergergemeinschaft-in-hamm-bereitet-klage-gegen-93651678.html ''Umstrittene Straße: Klage kommt mit „ziemlicher Sicherheit“'']. In: wa.de vom 20. März 2025.</ref>
Die BG Weetfeld kündigte bereits im März 2025 nach der Empfehlung des Bauvorhabens durch die Bezirksvertretung Pelkum an, gegen die K35n klagen zu wollen, allerdings erst bei Rechtskraft des Bebauungsplans und sofern die nötigen Gelder für die Prozesskosten eingesammelt werden können.<ref name="wade250320">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/neue-strasse-vor-kreisstrasse-35n-buergergemeinschaft-in-hamm-bereitet-klage-gegen-93651678.html ''Umstrittene Straße: Klage kommt mit „ziemlicher Sicherheit“'']. In: wa.de vom 20. März 2025.</ref>


Sie begründet dies unter anderem damit, „dass hier 14 planungsrelevante seltene Vogelarten und noch mehr sogenannte Allerweltsarten leben. 12 Fledermausarten sind auf der Nahrungssuche festgestellt worden. Dazu kommen mehrere Amphibienarten, wie der Kammmolch und der Laubfrosch, die hier ebenfalls leben. Einige dieser Arten sind vom Aussterben bedroht und werden unter dem Status ‚Streng geschützt‘ geführt.“, so Ulrich Schölermann gegenüber dem Westfälischen Anzeiger. Auch die Untere Naturschutzbehörde empfehle diesen Straßenverlauf nicht.<ref name="wade250320"/> Im Sommer 2025 erneuerte die BG ihre Kritik an den Straßenprojekten, da der [[Multi-Hub Westfalen]] offenbar als solches nicht finanzierbar sei und der Bau sich zu einem „Wolkenhaus“ entwickelt habe:
Sie begründet dies unter anderem damit, „dass hier 14 planungsrelevante seltene Vogelarten und noch mehr sogenannte Allerweltsarten leben. 12 Fledermausarten sind auf der Nahrungssuche festgestellt worden. Dazu kommen mehrere Amphibienarten, wie der Kammmolch und der Laubfrosch, die hier ebenfalls leben. Einige dieser Arten sind vom Aussterben bedroht und werden unter dem Status ‚Streng geschützt‘ geführt.“, so Ulrich Schölermann gegenüber dem Westfälischen Anzeiger. Auch die Untere Naturschutzbehörde empfehle diesen Straßenverlauf nicht.<ref name="wade250320"/> Im Sommer 2025 erneuerte die BG ihre Kritik an den Straßenprojekten, da der [[Multi-Hub Westfalen]] offenbar als solches nicht finanzierbar sei und der Bau sich zu einem „Wolkenhaus“ entwickelt habe: