Eurobahn: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Gesellschafter Keolis und die Rhenus teilten das Unternehmen Anfang Dezember 2007 in die Keolis Deutschland GmbH & Co. KG, die den Betrieb um Bielefeld mit der Marke „Eurobahn“ übernahm, und Rhenus Veniro, das die anderen beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen in Alzey und Freiberg sowie die Busbetriebe übernahm. | Die Gesellschafter Keolis und die Rhenus teilten das Unternehmen Anfang Dezember 2007 in die Keolis Deutschland GmbH & Co. KG, die den Betrieb um Bielefeld mit der Marke „Eurobahn“ übernahm, und Rhenus Veniro, das die anderen beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen in Alzey und Freiberg sowie die Busbetriebe übernahm. | ||
Unter der Regie von Keolis gewann die Eurobahn zunächst [[2006]] die Ausschreibung des „Hellweg-Netzes“ und fährt seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 die Eisenbahnlinien RB 89 (Münster–Hamm–Paderborn), RB 69 (Münster–Hamm–Bielefeld), RB 59 (Dortmund–Unna–Soest) und RB 50 (Dortmund–Lünen–Münster). Es ist das größte elektrisch betriebene Bahnnetz, das bis dahin an ein privates Eisenbahnunternehmen vergeben worden war. Eingesetzt werden Fahrzeuge des Typs ''Flirt'' der Firma Stadler Rail. Auch die Folgeausschreibung (für den Zeitraum ab Dezember 2018) gewann die Eurobahn. Zur Wartung der Fahrzeuge errichtete die Firma in Hamm ihr neues Bahn-Betriebswerk. | Unter der Regie von Keolis gewann die Eurobahn zunächst [[2006]] die Ausschreibung des „Hellweg-Netzes“ und fährt seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 die Eisenbahnlinien RB 89 (Münster–Hamm–Paderborn), RB 69 (Münster–Hamm–Bielefeld), RB 59 (Dortmund–Unna–Soest) und RB 50 (Dortmund–Lünen–Münster). Es ist das größte elektrisch betriebene Bahnnetz, das bis dahin an ein privates Eisenbahnunternehmen vergeben worden war. Eingesetzt werden Fahrzeuge des Typs ''Flirt'' der Firma Stadler Rail. Auch die Folgeausschreibung (für den Zeitraum ab Dezember 2018) gewann die Eurobahn. Zur Wartung der Fahrzeuge errichtete die Firma in Hamm ihr neues [[Eurobahn#Betriebswerk|Bahn-Betriebswerk]]. | ||
Im März [[2007]] gewann die Eurobahn auch die Ausschreibung des „Maas-Rhein-Lippe-Netzes“ und betreibt seit Dezember 2009 für 16 Jahre zusätzlich auch die Linien RE 3 (Düsseldorf–Oberhausen–Dortmund-Hamm) und RE 13 (Venlo-Mönchengladbach-Düsseldorf-Hagen–Hamm). | Im März [[2007]] gewann die Eurobahn auch die Ausschreibung des „Maas-Rhein-Lippe-Netzes“ und betreibt seit Dezember 2009 für 16 Jahre zusätzlich auch die Linien RE 3 (Düsseldorf–Oberhausen–Dortmund-Hamm) und RE 13 (Venlo-Mönchengladbach-Düsseldorf-Hagen–Hamm). | ||
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Am 6. November [[2014]] wurde bekannt, dass die Eurobahn ab Dezember 2017 den SPNV auf dem sogenannten Teutoburger Wald-Netz von der Westfalenbahn und DB Regio für 15 Jahre übernimmt. Es umfasst die Linien RB 61 (Bielefeld–Hengelo über Osnabrück), RB 65 (Münster–Rheine), RB 66 (Münster–Osnabrück), RB 72 (Herford–Paderborn) und RE 78 (Bielefeld–Nienburg). Der Betrieb konnte planmäßig 10. Dezember [[2017]], nach einem zwischenzeitlich zurückgezogenen Protest des Mitbewerbers ''Westfalenbahn'' gegen die Vergabe, aufgenommen werden. | Am 6. November [[2014]] wurde bekannt, dass die Eurobahn ab Dezember 2017 den SPNV auf dem sogenannten Teutoburger Wald-Netz von der Westfalenbahn und DB Regio für 15 Jahre übernimmt. Es umfasst die Linien RB 61 (Bielefeld–Hengelo über Osnabrück), RB 65 (Münster–Rheine), RB 66 (Münster–Osnabrück), RB 72 (Herford–Paderborn) und RE 78 (Bielefeld–Nienburg). Der Betrieb konnte planmäßig 10. Dezember [[2017]], nach einem zwischenzeitlich zurückgezogenen Protest des Mitbewerbers ''Westfalenbahn'' gegen die Vergabe, aufgenommen werden. | ||
Zum 7. Juli [[2016]] gab der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bekannt, dass Keolis das Teillos 1 der Ausschreibung des S-Bahnnetzes an Rhein und Ruhr gewonnen habe. So sollten die Linien S 1 und S 4 ab Dezember 2019 von der Eurobahn betrieben werden. Am 18. September 2019 wurde der Vertrag vom VRR jedoch gekündigt, da absehbar war, dass zum Vertragsbeginn nicht genügend Triebfahrzeugführer für einen zuverlässigen Betrieb zur Verfügung stehen würden. Nachdem Keolis zunächst rechtliche Schritte eingeleitet hatte, einigten sich VRR und Keolis im Dezember 2019 außergerichtlich. Keolis würde sich an einer neuen Ausschreibung nicht wieder beteiligen. Letztendlich gewann DB Regio die Ausschreibung bis 2031. | Zum 7. Juli [[2016]] gab der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bekannt, dass Keolis das Teillos 1 der Ausschreibung des S-Bahnnetzes an Rhein und Ruhr gewonnen habe. So sollten die Linien S 1 und S 4 ab Dezember 2019 von der Eurobahn betrieben werden. Am 18. September [[2019]] wurde der Vertrag vom VRR jedoch gekündigt, da absehbar war, dass zum Vertragsbeginn nicht genügend Triebfahrzeugführer für einen zuverlässigen Betrieb zur Verfügung stehen würden. Nachdem Keolis zunächst rechtliche Schritte eingeleitet hatte, einigten sich VRR und Keolis im Dezember 2019 außergerichtlich. Keolis würde sich an einer neuen Ausschreibung nicht wieder beteiligen. Letztendlich gewann DB Regio die Ausschreibung bis 2031. | ||
Im Oktober [[2021]] kündigte der Keolis-Mutterkonzern an, er wolle sich aus dem deutschen SPNV-Markt zurückziehen; als Grund wurden anhaltende Verluste genannt. Zum 1. Januar [[2022]] wurde die Keolis Deutschland GmbH & Co. KG in Eurobahn GmbH & Co. KG umbenannt, und Keolis schied als Eigentümer aus. In einer Übergangsphase wurde die Anwaltskanzlei Noerr Eigentümer der Eurobahn, über ihre Tochtergesellschaft Team Treuhand, die wiederum die Eigentümerin der SG eurobahn UG (haftungsbeschränkt) ist, zu der die Eurobahn GmbH & Co. KG gehört. | Im Oktober [[2021]] kündigte der Keolis-Mutterkonzern an, er wolle sich aus dem deutschen SPNV-Markt zurückziehen; als Grund wurden anhaltende Verluste genannt. Zum 1. Januar [[2022]] wurde die Keolis Deutschland GmbH & Co. KG in Eurobahn GmbH & Co. KG umbenannt, und Keolis schied als Eigentümer aus. In einer Übergangsphase wurde die Anwaltskanzlei Noerr Eigentümer der Eurobahn, über ihre Tochtergesellschaft Team Treuhand, die wiederum die Eigentümerin der SG eurobahn UG (haftungsbeschränkt) ist, zu der die Eurobahn GmbH & Co. KG gehört. | ||