Eurobahn: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Oktober [[2021]] kündigte der Keolis-Mutterkonzern an, er wolle sich aus dem deutschen SPNV-Markt zurückziehen; als Grund wurden anhaltende Verluste genannt. Zum 1. Januar 2022 wurde die ''Keolis Deutschland GmbH & Co. KG'' in ''eurobahn GmbH & Co. KG'' umbenannt, von Keolis mit zusätzlichem Kapital ausgestattet und an die Anwaltskanzlei Noerr übertragen.<ref>[https://www.eurobahn.de/presse/pressemitteilungen/bernard-tabary-chief-executive-officer-international-keolis-sa-und-arnaud-van-troeyen-group-de/ ''Pressemitteilung'' eurobahn], 7. Januar 2022, abgerufen am 19. Januar 2022.</ref> Diese hält die Anteile an der Eurobahn über ihre Tochtergesellschaft ''Team Treuhand'', die in „Übergangsphasen“ die Gesellschafterstellung bei Unternehmen übernimmt. Ziel war es, einen Investor zu finden. Bei dieser Suche blieb die Kanzlei erfolglos.
Im Oktober [[2021]] kündigte der Keolis-Mutterkonzern an, er wolle sich aus dem deutschen SPNV-Markt zurückziehen; als Grund wurden anhaltende Verluste genannt. Zum 1. Januar 2022 wurde die ''Keolis Deutschland GmbH & Co. KG'' in ''eurobahn GmbH & Co. KG'' umbenannt, von Keolis mit zusätzlichem Kapital ausgestattet und an die Anwaltskanzlei Noerr übertragen.<ref>[https://www.eurobahn.de/presse/pressemitteilungen/bernard-tabary-chief-executive-officer-international-keolis-sa-und-arnaud-van-troeyen-group-de/ ''Pressemitteilung'' eurobahn], 7. Januar 2022, abgerufen am 19. Januar 2022.</ref> Diese hält die Anteile an der Eurobahn über ihre Tochtergesellschaft ''Team Treuhand'', die in „Übergangsphasen“ die Gesellschafterstellung bei Unternehmen übernimmt. Ziel war es, einen Investor zu finden. Bei dieser Suche blieb die Kanzlei erfolglos.


Wegen Personalmangels kommt es bei der Eurobahn seit 2024 vermehrt zu Zugausfällen, weshalb seit April 2024 auf Teilen des Liniennetzes nach einem Notfahrplan gefahren werden muss.<ref name="wade2405">Jörn Funke, Annika Wilk: [https://www.wa.de/hamm/nahverkehr-westfalen-lippe-prueft-uebernahme-der-eurobahn-93050027.html „NWL prüft Übernahme der Eurobahn“] in: wa.de vom 10. Mai 2024</ref>
Wegen Personalmangels kommt es bei der Eurobahn seit 2024 vermehrt zu Zugausfällen, weshalb seit April 2024 auf Teilen des Liniennetzes nach einem Notfahrplan gefahren werden muss.<ref name="wade2405"/>


Am [[19. Dezember]] [[2024]] bekundete der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) offiziell seine Absicht, die finanziell angeschlagene Eurobahn für einen symbolischen Euro übernehmen zu wollen. Das Unternehmen konnte aufgrund von langfristigen Verträgen, in denen Leistungen und Vergütung festgeschrieben wurden, die gesteigerten Kosten bisher nicht an die Auftraggeber NWL und VRR weitergeben. Auch eine Anpassung vonseiten der Verbünde war wettbewerbsrechtlich ausgeschlossen. Durch die Übernahme durch den NWL selbst könnten die Verträge unter Einhaltung des Wettbewerbsrechts angepasst werden, so die Einschätzung von Juristen und Wirtschaftsprüfern des NWL. Somit könnte die Eurobahn bis zum Auslaufen der letzten Verträge im Jahr 2032 den Betrieb wirtschaftlich aufrecht erhalten.<ref name="wade241220">Jörn Funke: [https://www.wa.de/hamm/ein-bahnunternehmen-euro-verband-will-zugbetrieb-uebernehmen-eurobahn-nwl-hamm-duesseldorf-nrw-93478352.html „Ein Zugunternehmen für 1 Euro: Verkehrsverbund will Eurobahn übernehmen“] in: wa.de vom 20. Dezember 2024</ref>
Am [[19. Dezember]] [[2024]] bekundete der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) erstmals offiziell seine Absicht, die finanziell angeschlagene Eurobahn für einen symbolischen Euro übernehmen zu wollen. Das Unternehmen konnte aufgrund von langfristigen Verträgen, in denen Leistungen und Vergütung festgeschrieben wurden, die gesteigerten Kosten bisher nicht an die Auftraggeber NWL und VRR weitergeben. Auch eine Anpassung vonseiten der Verbünde war wettbewerbsrechtlich ausgeschlossen. Durch die Übernahme durch den NWL selbst könnten die Verträge unter Einhaltung des Wettbewerbsrechts angepasst werden, so die Einschätzung von Juristen und Wirtschaftsprüfern des NWL. Somit könnte die Eurobahn bis zum Auslaufen der letzten Verträge im Jahr 2032 den Betrieb wirtschaftlich aufrecht erhalten.<ref name="wade241220">Jörn Funke: [https://www.wa.de/hamm/ein-bahnunternehmen-euro-verband-will-zugbetrieb-uebernehmen-eurobahn-nwl-hamm-duesseldorf-nrw-93478352.html ''Ein Zugunternehmen für 1 Euro: Verkehrsverbund will Eurobahn übernehmen'']. In: wa.de vom 20. Dezember 2024.</ref>
 
Am 6. Mai 2025 wurde der Kaufvertrag offiziell unterzeichnet. Eurobahn und NWL verkündeten in einer Pressemitteilung:<ref>[https://www.eurobahn.de/pressemitteilung/eigentuemerwechsel-eurobahn-jetzt-offiziell-unter-nwl/ ''Eigentümerwechsel: eurobahn jetzt offiziell unter NWL'']. Pressemitteilung der Eurobahn vom 6. Mai 2025. In: Eurobahn.de.</ref>
 
{{Zitat
|Zitat=Mit der Übernahme der eurobahn durch den NWL, der temporär vorgesehen ist, streben sowohl das Eisenbahnverkehrsunternehmen als auch der Aufgabenträger die Stabilisierung des Betriebs und damit auch des Fahr-Angebots für die Fahrgäste an. Mit rund 12 Millionen Zugkilometern verzeichnet die eurobahn in Westfalen-Lippe 30 Prozent Marktanteil und ist mit rund 16,5 Millionen Zugkilometer der drittgrößte SPNV-Anbieter in Nordrhein-Westfalen. Durch den Eigentümerwechsel haben die fast 900 Mitarbeiter*innen der eurobahn eine konkrete Perspektive und das SPNV-Angebot in der Region kann sichergestellt werden.
 
Das operative Geschäft der eurobahn ist durch den Eigentümerwechsel nicht beeinflusst. Durch den Verkauf gibt es weder für die Fahrgäste noch für die Mitarbeiter*innen wesentlichen Veränderungen. Langfristig zielen eurobahn und NWL darauf ab, zum Regelfahrplan zurückzukehren.
 
[...] Der finalen Unterschrift geht ein langer Prozess voran: Bereits im vergangenen Jahr haben 19 Kreise und Kreisfreie Städte der vorübergehenden Übernahme der eurobahn zugestimmt. Anschließend erfolgte die Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg.
}}
 
Durch Anwerbung oder Ausbildung neuer Lokführer, davon 47 im Jahr 2024, möchte die Eurobahn im Laufe des Jahres 2025 etappenweise zumindest auf einigen Linien zum Regelfahrplan zurückkehren: Ab 1. August auf dem RE3 (Hamm–Düsseldorf) und ab 25. August auf der RB89 (Münster–Hamm–Paderborn) und der RB67 (Münster–Rheda–Bielefeld).<ref>Jörn Funke: [https://www.wa.de/hamm/will-wie-die-eurobahn-wieder-zum-vollstaendigen-fahrplan-kommen-93756790.html ''Wie die Eurobahn aus der Krise kommen will'']. In: wa.de vom 29. Mai 2025.</ref>


== Aktuelle Strecken ==
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