Lippepark Hamm: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 78: Zeile 78:
Die Finanzierung der Lippe- und Kanalbrücken und deren Fertigstellung bis 2014 galt laut Pressebericht vom 30.11.2012 als gesichert,<ref>[http://www.hammwiki.de/wiki/Datei:20121130_WA_Lippepark_Finanzierung_Brueckenschlag.jpg Westfälischer Anzeiger vom 30. November 2012]</ref> geriert aber anschließend wegen Verzögerungen, fragwürdiger Gesamtkosten und Pannen zur Lokalposse.
Die Finanzierung der Lippe- und Kanalbrücken und deren Fertigstellung bis 2014 galt laut Pressebericht vom 30.11.2012 als gesichert,<ref>[http://www.hammwiki.de/wiki/Datei:20121130_WA_Lippepark_Finanzierung_Brueckenschlag.jpg Westfälischer Anzeiger vom 30. November 2012]</ref> geriert aber anschließend wegen Verzögerungen, fragwürdiger Gesamtkosten und Pannen zur Lokalposse.


Von den taxierten sechs Millionen Euro Baukosten sollten 4,8 Mio. Euro durch Förderung gedeckt werden. Auf die Brücken inklusive aller Rampen entfielen hervor jedoch nur ca. 3,43 Mio. Euro. Durch „Wege, Zäune, Hundeauslauf, Hundeserviceplätze, ein Aussichtspodest, Amphibienquerungshilfen, Bäume, Bänke, Infosystem, Gutachten, eine ökologische Bauleitung, ein Naturschutzmonitoring“ und andere Maßnahmen vergrößerten die Gesamtsumme auf mehr als 6 Mio. Euro. Der Bund des Steuerzahler nahm das Projekt daher 2015 in sein „Schwarzbuch“ für Steuerverschwendung auf. Unter anderem sollten die Brücken laut Planfeststellungsbeschluss auch durch ein Tor gesperrt werden, wenn die Altarme der Lippe vereisen und die überwinternden Wasservögel auf die industriell erwärmte Lippe ausweichen.<ref name="wade150930">[https://www.wa.de/hamm/lippepark-bruecke-bockum-hoevelherringen-hamm-eintrag-schwarzbuch-2015-bund-steuerzahler-bdst-5578302.html „Lippepark-Brückenschlag hat Eintrag im Schwarzbuch 2015“] in: wa.de vom 30. September 2015</ref>  
Von den taxierten sechs Millionen Euro Baukosten sollten 4,8 Mio. Euro durch Förderung gedeckt werden. Auf die Brücken inklusive aller Rampen entfielen hervor jedoch nur ca. 3,43 Mio. Euro. Durch „Wege, Zäune, Hundeauslauf, Hundeserviceplätze, ein Aussichtspodest, Amphibienquerungshilfen, Bäume, Bänke, Infosystem, Gutachten, eine ökologische Bauleitung, ein Naturschutzmonitoring“ und andere Maßnahmen vergrößerte sich die Gesamtsumme gleichwohl auf mehr als 6 Mio. Euro. Der Bund des Steuerzahler nahm das Projekt daher 2015 in sein „Schwarzbuch“ für Steuerverschwendung auf. Unter anderem sollten die Brücken laut Planfeststellungsbeschluss auch durch ein Tor gesperrt werden, wenn die Altarme der Lippe vereisen und überwinternde Wasservögel auf die industriell erwärmte Lippe ausweichen.<ref name="wade150930">[https://www.wa.de/hamm/lippepark-bruecke-bockum-hoevelherringen-hamm-eintrag-schwarzbuch-2015-bund-steuerzahler-bdst-5578302.html „Lippepark-Brückenschlag hat Eintrag im Schwarzbuch 2015“] in: wa.de vom 30. September 2015</ref> Die hohen Kosten riefen auch das RTL-Unterhaltungsmagazin „Mario Barth deckt auf“ auf den Plan. In der Sendung vom [[28. Oktober]] [[2015]] kritisierte Sky-Moderatorin Esther Sedlaczek unter anderem eine Marathon-Strecke in Hamm, die über die Lippebrücken verläuft. Zu Abschluss widmete man sich daher auch den Brücken. Sedlaczek verwies erneut auf die Zahlen des Steuerzahlerbundes, der auch selbst zu Wort kam. Der [[Westfälischer Anzeiger|Westfälische Anzeiger]] veröffentlichte in Teilen eine Gegendarstellung, in der bemängelt wurde, dass der Eindruck erweckt worden sei, dass die Brücken nur wegen der Marathonstrecke gebaut wurden. Zudem seien die Kosten für die Brücken in einen direkten Zusammenhang mit der Erhöhung der Grundsteuer B gesetzt worden, was jedoch nicht zutreffe.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/mario-barth-deckt-hamm-rtl-beitrag-lippebruecken-steuerschwendung-ohne-details-5702234.html „RTL deckte auf in Hamm - doch Details blieben auf der Strecke“] in: wa.de vom 30. Oktober 2015</ref>


Nachdem beide Brückenteile fristgerecht im Sommer 2014 angeliefert wurden, verzögerte sich das Aufsetzen der Brücken mehrmals: Der für Ende 2014 vorgesehene Einbau musste verschoben werden, da notwendige Gutachten nicht vorlagen. Die Brücken wurden in einem Gewerbegebiet eingelagert.<ref name="wade150930"/> Die Stadt entzog der Firma Rohlfing, die den Einbau verantworten sollte, Anfang 2015 den Auftrag. Als Grund gab man an, dass Rohlfing das vom Wasser- und Schifffahrtsamt geforderte statische Gutachten für die Montage noch immer nicht vorgelegt habe. Ein neuer Bauunternehmer wurde erst nach dem Sommerferien 2015 gefunden.<ref name="wade151211">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/hamms-prestigeprojekt-pannen-chronik-lippepark-bruecken-kruecke-bruecke-5948364.html „Hamms Prestigeprojekt: Die Pannen-Chronik der Lippepark-Brücken“] in: wa.de vom 11. Dezember 2015</ref> Dann passierte lange nichts. Im November musste der geplante Termin für das Einschwenken der Brücken per Kran auf 9. und 10. Dezember vertagt werden. Grund waren nicht abgeschlossene Arbeiten am Mitteldamm.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/brueckenschlag-lippepark-hamm-herringen-einmal-mehr-verschoben-5790500.html „Brückenschlag im Lippepark einmal mehr verschoben“] in: wa.de vom 8. November 2015</ref>  
Nachdem beide Brückenteile fristgerecht im Sommer 2014 angeliefert wurden, verzögerte sich das Aufsetzen der Brücken mehrfach: Der für Ende 2014 vorgesehene Einbau musste verschoben werden, da notwendige Gutachten nicht vorlagen. Die Brücken wurden im [[Stadthafen|Kohlehafen]] eingelagert.<ref name="wade150930"/> Die Stadt entzog der Firma Rohlfing, die den Einbau verantworten sollte, dann Anfang 2015 den Auftrag. Als Grund gab man an, dass Rohlfing das vom Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine geforderte statische Gutachten für die Montage noch immer nicht vorgelegt habe. Ein neuer Bauunternehmer wurde erst nach dem Sommerferien 2015 gefunden.<ref name="wade151211">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/hamms-prestigeprojekt-pannen-chronik-lippepark-bruecken-kruecke-bruecke-5948364.html „Hamms Prestigeprojekt: Die Pannen-Chronik der Lippepark-Brücken“] in: wa.de vom 11. Dezember 2015</ref> Dann passierte lange nichts. Im November musste der geplante Termin für das Einschwenken der Brücken per Kran auf 9. und 10. Dezember vertagt werden. Grund waren nicht abgeschlossene Arbeiten am Mitteldamm.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/brueckenschlag-lippepark-hamm-herringen-einmal-mehr-verschoben-5790500.html „Brückenschlag im Lippepark einmal mehr verschoben“] in: wa.de vom 8. November 2015</ref>  


Der Versuch, die Lippe-Brücke am [[9. Dezember]] [[2015]] auf die vorgesehenen Positionen einzuschwenken, scheiterte dann an einem unerwartet hohen Gewicht. Kalkuliert war eine Masse von rund 135 Tonnen, die Waage des Krans zeigte dann jedoch 166 t an, wofür die Anschlagseile und die Gegengewichte nicht ausgelegt waren. Die Brücke wurde wieder auf dem Kohlehafen abgesetzt, wo sie gelagert worden war. Die Verschwenkung der zweiten Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal am 10. Dezember wurde daraufhin verschoben.<ref>Stefan Gehre, Marc Borgmann, Maike Geißler: [https://www.wa.de/hamm/posse-hamm-brueckenschlag-lippepark-zwischen-herringen-bockum-hoevel-gescheitert-5943715.html „Brückenschlag im Lippepark gescheitert - Video mit Drohnenbildern“] in: wa.de vom 9. Dezember 2015</ref>  
Der Versuch, die Lippe-Brücke am [[9. Dezember]] [[2015]] auf die vorgesehenen Positionen einzuschwenken, scheiterte an einem unerwartet hohen Gewicht. Kalkuliert war eine Masse von rund 135 Tonnen, die Waage des Krans zeigte dann jedoch 166 t an, wofür die Anschlagseile und die Gegengewichte nicht dimensioniert waren. Die Brücke wurde wieder auf dem Kohlehafen abgesetzt, wo sie gelagert worden war. Die Verschwenkung der zweiten Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal am 10. Dezember wurde aus diesem Grund ebenso verschoben.<ref>Stefan Gehre, Marc Borgmann, Maike Geißler: [https://www.wa.de/hamm/posse-hamm-brueckenschlag-lippepark-zwischen-herringen-bockum-hoevel-gescheitert-5943715.html „Brückenschlag im Lippepark gescheitert - Video mit Drohnenbildern“] in: wa.de vom 9. Dezember 2015</ref>  


Der zweite Versuch am [[11. Dezember]], der zuvor von einem Prüfstatiker aufgrund neuer Berechnungen genehmigt worden war, wurde aufgrund starker Winde abgebrochen. Die Vorhersage deutete auf Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 14 Metern pro Sekunde, möglich waren die Arbeiten jedoch nur bis maximal 10,8 m/s.<ref>Lars Becker, Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/zweiter-versuch-brueckenschlag-lippepark-freitag-5948490.html „Wind zu stark: Zweiter Versuch für Brückenschlag fällt am Freitag aus“]</ref>
Der zweite Versuch am [[11. Dezember]], der zuvor von einem Prüfstatiker aufgrund neuer Berechnungen genehmigt worden war, wurde aufgrund starker Winde abgebrochen. Die Vorhersage deutete auf Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 14 Metern pro Sekunde, möglich waren die Arbeiten jedoch nur bis maximal 10,8 m/s.<ref>Lars Becker, Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/zweiter-versuch-brueckenschlag-lippepark-freitag-5948490.html „Wind zu stark: Zweiter Versuch für Brückenschlag fällt am Freitag aus“]</ref>