Wambeln: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Wambeln''' ist ein Stadtteil von [[Hamm]] und Teil des Stadtbezirks [[Rhynern]]. Der Ort gliedert sich in die Teile Kuhweide, Dorf und Wambelner Bruch. Wambeln hat aktuell (Sommer 2012) circa 350 Einwohner auf einer Fläche von 520 Hektar.
'''Wambeln''' ist ein Stadtteil von [[Hamm]] und Teil des Stadtbezirks [[Rhynern]]. Der Ort gliedert sich in die Teile Kuhweide, Dorf und Wambelner Bruch. Wambeln hat aktuell (Sommer 2012) circa 350 Einwohner auf einer Fläche von 520 Hektar.


== Geschichtliches <ref>[[Wilhelm Hoffmann|Hoffmann, Wilhelm]]: Aufzeichnungen mit Auszügen aus der Schul- und Kirchenchronik, beendet ca. 1993. Die privaten Aufzeichnungen des letzten Lehrers der Wambelner Schule sind die wesentliche Grundlage für die Angaben im Kapitel "Geschichtliches".</ref>==
== Geschichtliches <ref>[[Wilhelm Hoffmann|Hoffmann, Wilhelm]]: Aufzeichnungen mit Auszügen aus der Schul- und Kirchenchronik, beendet ca. 1993. Die privaten Aufzeichnungen des letzten Lehrers der Wambelner Schule sind die wesentliche Grundlage für die Angaben im Kapitel "Geschichtliches". Auswahl und redaktionelle Bearbeitung erfolgten durch Martin Hoffmann.</ref>==


=== Frühgeschichte ===
=== Frühgeschichte ===
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=== Der Ortsname ===
=== Der Ortsname ===


Hans Bahlow <ref>Hans Bahlow: Deutschlands geographische Namenwelt, Klostermann Verlag, Frankfurt/Main (1965)</ref> gibt an: ''Wambeln nördl. Werl und Wamel am Möhnesee sind verschliffen aus Wame-lo, wie Ameln bei Jü-lich aus Ame-lo (vergl. Rame-lo): Wam, am, ram sind praehistorische Termini für Wasser, insonder-heit sumpfiges. Ein Wamelo gibt es auch in Holland, ein Wambewelle in England. Dazu gehören auch Wemel, Wömmel (in Lippe), Wamlentorp, Wantrup.'' In der Kirchenchronik heißt es dazu: ''Woher kommt der Name Wambeln? Was mag er bedeuten? Wie Heinrich Broke in seiner ‚Geschichte der Heimat‘ (Breer und Thiemann, 1925) berichtet, findet sich der Name unseres Ortes früher Wanumelon (1050) oder Wamaloh (1090) geschrieben. ‚Lon‘ wäre der Plural von ‚Loh‘ = Gehölz. Wambeln würde demnach ‚leuchtendes Gehölz‘ bedeuten.'' Nach Hans Bahlow müsste man allerdings übersetzen: „Sumpfiges Gehölz“. Ob die oben erwähnten Urkunden von 1050 und 1090 wirklich von unserem Heimatort berichten, ist nicht gesichert. Wambeln war eine Bauernschaft. Vermutlich ist hier Wambel bei Dortmund gemeint. Selbst die Silbe „loh“ (Wald, Gehölz) ist kein sicherer Hinweis auf Wambeln, denn auch im Zusammenhang mit dem Herrengut Wambel ist immer wieder die Rede von Rechten auf Wald und Gehölz. Vieles deutet darauf hin, daß in allen uns bekannten Urkunden von Wambel bei Dortmund die Rede ist, denn dies war ein Herrensitz, so etwa im 13. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Limburg. Es gibt keinen Hinweis darauf, daß Wambeln Sitz eines Adelsgeschlechtes, eines Klosters oder einer Pfarrei war. Jedoch existiert eine aus dem Jahre 1326 stammende Urkunde, in der tatsächlich ein Bürger aus Wambeln erwähnt wird. Am 16. März (Palmsonntag) ist Everhard Sterthof aus Wambeln Zeuge bei einem Vergleich zwischen den Burgmännern (Erbsälzern) zu Werl und der Stadt (den Bürgern) über die von jenen zu tragenden Lasten. Dies ist wohl die erste Urkunde, in der es sich mit großer Sicherheit um Wambeln handelt <ref>F. J. Mehler: Geschichte der Stadt Werl, Verlag A. Stein'sche Buchhandlung (1971), Seite 86/87; Seibertz, Urkundenbuch II, Nr. 617</ref>.
Hans Bahlow <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Bahlow Hans Bahlow]: Deutschlands geographische Namenwelt – Etymologisches Lexikon der Fluß- und Ortsnamen, Klostermann Verlag, Frankfurt/Main (1965), Neuausgabe als Suhrkamp Taschenbuch (1985), ISBN 3518377213</ref> gibt an: ''Wambeln nördl. Werl und Wamel am Möhnesee sind verschliffen aus Wame-lo, wie Ameln bei Jü-lich aus Ame-lo (vergl. Rame-lo): Wam, am, ram sind praehistorische Termini für Wasser, insonder-heit sumpfiges. Ein Wamelo gibt es auch in Holland, ein Wambewelle in England. Dazu gehören auch Wemel, Wömmel (in Lippe), Wamlentorp, Wantrup.'' In der Kirchenchronik heißt es dazu: ''Woher kommt der Name Wambeln? Was mag er bedeuten? Wie Heinrich Broke in seiner ‚Geschichte der Heimat‘ (Breer und Thiemann, 1925) berichtet, findet sich der Name unseres Ortes früher Wanumelon (1050) oder Wamaloh (1090) geschrieben. ‚Lon‘ wäre der Plural von ‚Loh‘ = Gehölz. Wambeln würde demnach ‚leuchtendes Gehölz‘ bedeuten.'' Nach Hans Bahlow müsste man allerdings übersetzen: „Sumpfiges Gehölz“. Ob die oben erwähnten Urkunden von 1050 und 1090 wirklich von unserem Heimatort berichten, ist nicht gesichert. Wambeln war eine Bauernschaft. Vermutlich ist hier Wambel bei Dortmund gemeint. Selbst die Silbe „loh“ (Wald, Gehölz) ist kein sicherer Hinweis auf Wambeln, denn auch im Zusammenhang mit dem Herrengut Wambel ist immer wieder die Rede von Rechten auf Wald und Gehölz. Vieles deutet darauf hin, daß in allen uns bekannten Urkunden von Wambel bei Dortmund die Rede ist, denn dies war ein Herrensitz, so etwa im 13. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Limburg. Es gibt keinen Hinweis darauf, daß Wambeln Sitz eines Adelsgeschlechtes, eines Klosters oder einer Pfarrei war. Jedoch existiert eine aus dem Jahre 1326 stammende Urkunde, in der tatsächlich ein Bürger aus Wambeln erwähnt wird. Am 16. März (Palmsonntag) ist Everhard Sterthof aus Wambeln Zeuge bei einem Vergleich zwischen den Burgmännern (Erbsälzern) zu Werl und der Stadt (den Bürgern) über die von jenen zu tragenden Lasten. Dies ist wohl die erste Urkunde, in der es sich mit großer Sicherheit um Wambeln handelt <ref>F. J. Mehler: Geschichte der Stadt Werl, Verlag A. Stein'sche Buchhandlung (1971), Seite 86/87; Seibertz, Urkundenbuch II, Nr. 617</ref>.


=== Reformation ===
=== Reformation ===
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Seit 1874 verwalteten die nachfolgend genannten Personen die Gemeinde Wambeln. Die Leitungsfunktion nannte sich ab 1843 Gemeindevorsteher, ab 1934 Bürgermeister.
Seit 1874 verwalteten die nachfolgend genannten Personen die Gemeinde Wambeln. Die Leitungsfunktion nannte sich ab 1843 Gemeindevorsteher, ab 1934 Bürgermeister.
* Ostermann (1874 bis Oktober 1878)
* Ostermann (1874 bis Oktober 1878)
* Schürmann (Oktober 1978 bis Oktober 1891)
* Schürmann (Oktober 1878 bis Oktober 1891)
* Fritz Ostermann (Oktober 1891 bis 20.09.1903)
* Fritz Ostermann (Oktober 1891 bis 20.09.1903)
* Wilhelm Wietmann (21.09.1903 bis 04.10.1909)
* Wilhelm Wietmann (21.09.1903 bis 04.10.1909)
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In Wambeln gibt seit dem Jahre 2008 eine Biogasanlage. Im Herbst eines jeden Jahres werden aus Wambeln und der gesamten Umgebung viele Anhänger mit Maissilage angefahren, um die Anlage im Laufe des Jahres in Betrieb halten zu können.
In Wambeln gibt seit dem Jahre 2008 eine Biogasanlage. Im Herbst eines jeden Jahres werden aus Wambeln und der gesamten Umgebung viele Anhänger mit Maissilage angefahren, um die Anlage im Laufe des Jahres in Betrieb halten zu können.


== Bushaltestellen ==
== Nahverkehr ==
Es gibt in Wambeln mehrere Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs, welche allerdings in den allermeisten Fällen nur von Schülerverkehr an den Schultagen und Einsatzwagen bedient werden :
=== Haltestellen ===
Es gibt in Wambeln mehrere Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs, welche allerdings nur von Schülerverkehr an den Schultagen und Einsatzwagen bedient werden:
* [[Kuhweide (Haltestelle)|Kuhweide]]
* [[Kuhweide (Haltestelle)|Kuhweide]]
* [[Scheidinger Straße (Haltestelle)|Scheidinger Straße]]  
* [[Scheidinger Straße (Haltestelle)|Scheidinger Straße]]  
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* [[Holthöfener Weg (Haltestelle)|Holthöfener Weg]]
* [[Holthöfener Weg (Haltestelle)|Holthöfener Weg]]
* [[Am Langkamp (Haltestelle)|Am Langkamp]]
* [[Am Langkamp (Haltestelle)|Am Langkamp]]
Bis zum neuen Liniennetzplan 2021 wurde Wambeln nur von zwei Linien befahren.


# Schülerlinie 522
=== Linien ===
# Einsatzwagen 25
Bis zum neuen Liniennetzplan 2021 wurde Wambeln nur von zwei Linien befahren, welche die o.a. Haltestellen im Linienverkehr bedienen.


Jetzt wird Wambeln auch von der Bürgerbuslinie B2 befahren.
* [[Linie 522]]
* [[Linie 25]]
 
Von 2021 bis 2024 wurde Wambeln auch von den Bürgerbus befahren.


== Einwohnerentwicklung ==
== Einwohnerentwicklung ==
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</gallery>
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== Anmerkungen ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>
== Literatur ==
Hans Bahlow: Deutschlands geographische Nemenwelt, Vittorio Klostermann, Frankfurtt/Main (1965)
== Weblinks ==
* [http://www.wambeln.de/ private Homepage zum Stadtteil Wambeln]


[[Kategorie:Stadtteile]]
[[Kategorie:Stadtteile]]
[[Kategorie:Rhynern (Bezirk)]]
[[Kategorie:Rhynern (Bezirk)]]
[[Kategorie:Wambeln]]
[[Kategorie:Wambeln]]
[[Kategorie:Lesenswerte Artikel]]