Heinz Booms: Unterschied zwischen den Versionen

K Aufarbeitung: Kosmetik, A
K Kosmetik
 
Zeile 4: Zeile 4:


== Leben ==
== Leben ==
Heinz Booms wurde am 16.03.1957 zum Priester geweiht. Er wurde 1957 Kaplan in Kranenburg, [[1960]] kam er als Kaplan der Gemeinde [[St. Stephanus (Heessen)|St. Stephanus]] nach Heessen. Von 1964 bis 2004 war er dann Pfarrer von St. Theresia.<ref>[https://www.hospiz-hamm.de/ueber-uns/news/detail/gedenken-an-einen-hospiz-lobbyisten „Gedenken an einen Hospiz-Lobbyisten“] in: hospiz-hamm.de (entfernt nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe)</ref>
Heinz Booms wurde am 16.03.1957 zum Priester geweiht. Er wurde 1957 Kaplan in Kranenburg, [[1960]] kam er als Kaplan der Gemeinde [[St. Stephanus (Heessen)|St. Stephanus]] nach Heessen. Von 1964 bis 2004 war er dann Pfarrer von St. Theresia.<ref>[https://www.hospiz-hamm.de/ueber-uns/news/detail/gedenken-an-einen-hospiz-lobbyisten ''Gedenken an einen Hospiz-Lobbyisten'']. In: hospiz-hamm.de.</ref><ref group="Anm.">Seite entfernt nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe.</ref>


Booms war Mitbegründer der Hospizbewegung in Hamm und später Dechant in Hamm-Nord. Wegen seines Engagements galt er als hoch angesehen, unter anderem war er auch am Aufbau der Caritas-Sozialstationen beteiligt.<ref name="wa-nachbeichten"/>  
Booms war Mitbegründer der Hospizbewegung in Hamm und später Dechant in Hamm-Nord. Wegen seines Engagements galt er als hoch angesehen, unter anderem war er auch am Aufbau der Caritas-Sozialstationen beteiligt.<ref name="wa-nachbeichten"/>  
Zeile 11: Zeile 11:


== Missbrauchsvorwürfe ==
== Missbrauchsvorwürfe ==
Pfarrer Booms wird vorgeworfen, mindestens in den 1960er- und 1970er-Jahren vielfach<ref name="kul-21-11-17"/> Mädchen sexuell belästigt und missbraucht zu haben. Ob die Serie ab den 1980ern noch fortgesetzt wurde, ist nicht bekannt.<ref name="wa-22-11-25"/> Dem Bistum Münster wurden entsprechende Vorwürfe erstmals 2019 bekannt. Inzwischen ist Booms einer von 197 Geistlichen, die auf der ''Missbrauchsliste'' des Bistums stehen und bei denen bereits eine sogenannte „Anerkennung des Leids“ gezahlt wurde.<ref name="wa-nachbeichten">Frank Lahme: [https://www.wa.de/hamm/heessen-ort370526/verhaengnisvolle-nachbeichten-die-dunkle-seite-des-heinz-booms-91913171.html „Verhängnisvolle ‚Nachbeichten‘: Die dunkle Seite des Heinz Booms“] in: wa.de vom 14. November 2022</ref> Konkret erhielt ein Opfer im Jahr [[2022]] 15.000 Euro Entschädigung.<ref name="kul-21-11-17">Michael Bönte: [https://www.kirche-und-leben.de/artikel/missbrauch-frueherer-pfarrer-in-hamm-in-mehreren-faellen-beschuldigt K„Missbrauch: Früherer Pfarrer in Hamm in mehreren Fällen beschuldigt“] in: kirche-und-leben.de vom 17. November 2022.</ref>
Pfarrer Booms wird vorgeworfen, mindestens in den 1960er und 1970er Jahren vielfach<ref name="kul-21-11-17"/> Mädchen sexuell belästigt und missbraucht zu haben. Ob die Serie ab den 1980er Jahren noch fortgesetzt wurde, ist nicht bekannt.<ref name="wa-22-11-25"/> Das Bistum Münster erfuhr von entsprechenden Vorwürfe erstmals 2019. Inzwischen ist Booms einer von 197 Geistlichen, die auf der ''Missbrauchsliste'' des Bistums stehen und bei denen bereits eine sogenannte „Anerkennung des Leids“ gezahlt wurde.<ref name="wa-nachbeichten">Frank Lahme: [https://www.wa.de/hamm/heessen-ort370526/verhaengnisvolle-nachbeichten-die-dunkle-seite-des-heinz-booms-91913171.html ''Verhängnisvolle „Nachbeichten“: Die dunkle Seite des Heinz Booms'']. In: wa.de vom 14. November 2022.</ref> Konkret erhielt ein Opfer im Jahr [[2022]] 15.000 Euro Entschädigung.<ref name="kul-21-11-17">Michael Bönte: [https://www.kirche-und-leben.de/artikel/missbrauch-frueherer-pfarrer-in-hamm-in-mehreren-faellen-beschuldigt ''Missbrauch: Früherer Pfarrer in Hamm in mehreren Fällen beschuldigt'']. In: kirche-und-leben.de vom 17. November 2022.</ref>


In vielen Fällen soll es zu sogenannten ''Nachbeichten'' gekommen sein. Booms soll den Vorwürfen zufolge Mädchen, die in Beichten von romantischen Begebenheiten berichteten, später – teils über Monate – in sein Büro zur „Nachbeichte“ bestellt haben, wo er zunächst den Schambereich „untersuchen“ wollte. Diese „Untersuchungen“ sollen sich bis zu schweren sexuellen Übergriffen gesteigert haben.<ref name="kul-21-11-17"/> Booms habe den Heranwachsenden dabei suggeriert, zu diesen „gynäkologischen Untersuchungen“ berechtigt zu sein. In mindestens je einem Fall soll er sich auch zuhause bzw. auf einer Autofahrt<ref name="wade-22-11-18"/> sowie in mehreren Fällen auf Kirchenfahrten ins Lager Ameland an Mädchen vergangen haben.<ref name="wa-22-11-25"/>  
In vielen Fällen soll es zu sogenannten „Nachbeichten“ gekommen sein. Booms soll den Vorwürfen zufolge Mädchen, die in Beichten von romantischen Begebenheiten berichteten, später – teils über Monate – in sein Büro zu solchen „Nachbeichten“ bestellt haben, in deren Zuge er zunächst den Schambereich „untersuchen“ wollte. Diese „Untersuchungen“ sollen sich bis zu schweren sexuellen Übergriffen gesteigert haben.<ref name="kul-21-11-17"/> Booms habe den Heranwachsenden dabei suggeriert, zu diesen „gynäkologischen Untersuchungen“ berechtigt zu sein. In mindestens je einem Fall soll er sich auch zuhause bzw. auf einer Autofahrt<ref name="wade-22-11-18"/> sowie in mehreren Fällen auf Kirchenfahrten ins Lager Ameland an Mädchen vergangen haben.<ref name="wa-22-11-25"/>  


Aus der Angst heraus, dass ihnen nicht geglaubt werden könnte, sind offenbar viele Opfer seinerzeit nicht zur Polizei gegangen und haben sich niemandem anvertraut.<ref name="wa-nachbeichten"/> Wie sich herausstellte, hatte sich jedoch ein Opfer Anfang der 2000er Jahren an das Bistum Münster gewandt. In einem Telefonat sei der Frau laut eigener Erinnerung gesagt worden: „Das sind ungeheuerliche Vorwürfe, die Sie erst einmal beweisen müssen“. Anschließend unternahm das Bistum offenbar keine weiteren Schritte zur Aufklärung. Nach dem Tod des Geistlichen 2004 habe sie dann von ihrem Versuch einer Aufarbeitung abgesehen.<ref>Frank Lahme: [https://www.wa.de/hamm/heessen-ort370526/muessen-sie-erstmal-beweisen-haette-fall-booms-zu-lebzeiten-aufgeklaert-werden-koennen-91925999.html „»Müssen Sie erstmal beweisen«: Hätte Fall Booms zu Lebzeiten aufgeklärt werden können?] in: wa.de vom 19. November 2022</ref>
Aus der Angst heraus, dass ihnen nicht geglaubt werden könnte, sind offenbar viele Opfer seinerzeit nicht zur Polizei gegangen und haben sich niemandem anvertraut.<ref name="wa-nachbeichten"/> Wie sich herausstellte, hatte sich jedoch ein Opfer Anfang der 2000er Jahren an das Bistum Münster gewandt. In einem Telefonat sei der Frau laut eigener Erinnerung gesagt worden: „Das sind ungeheuerliche Vorwürfe, die Sie erst einmal beweisen müssen“. Anschließend unternahm das Bistum offenbar keine weiteren Schritte zur Aufklärung. Nach dem Tod des Geistlichen 2004 habe sie dann von ihrem Versuch einer Aufarbeitung abgesehen.<ref>Frank Lahme: [https://www.wa.de/hamm/heessen-ort370526/muessen-sie-erstmal-beweisen-haette-fall-booms-zu-lebzeiten-aufgeklaert-werden-koennen-91925999.html ''„Müssen Sie erstmal beweisen“: Hätte Fall Booms zu Lebzeiten aufgeklärt werden können?'']. In: wa.de vom 19. November 2022.</ref>


=== Aufarbeitung ===
=== Aufarbeitung ===
Zeile 28: Zeile 28:
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>
== Anmerkungen ==
<references group="Anm." />


[[Kategorie:Katholische Pfarrer|Booms]]
[[Kategorie:Katholische Pfarrer|Booms]]
[[Kategorie:2022]]
[[Kategorie:2022]]