LIFE-Projekt Lippeaue: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''LIFE-Projekt Lippeaue''' war ein Projekt zur Verbesserung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen in fünf Teilgebieten entlang der [[Lippe]] auf Hammer Stadtgebiet, die durch eine Renaturierung ihrer Auen erreicht werden sollte. Gleichzeitig wurde die Lippeaue so für Ausflügler besser erschlossen. | Das '''LIFE-Projekt Lippeaue''' war ein Projekt zur Verbesserung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen in fünf Teilgebieten entlang der [[Lippe]] auf Hammer Stadtgebiet, die durch eine Renaturierung ihrer [[Lippeauen|Auen]] erreicht werden sollte. Gleichzeitig wurde die Lippeaue so für Ausflügler besser erschlossen. Die Arbeiten fanden in den östlichen Lippeauen in den Bezirken [[Heessen]] und [[Uentrop]] statt. | ||
Das LIFE-Projekt (2005–2010) wurde vom [[LIFE-Projekt Lippeaue#LIFE+|LIFE+-Projekt]] (2010–2015) mit demselben Ziel gefolgt. Eine Renaturierung der Lippeauen im westlichen Teil, ab der [[Nordenbrücke]] bis nach [[Bockum-Hövel]], erfolgte schließlich von [[2018]] bis [[2023]] durch das Projekt ''[[Erlebensraum Lippeaue]]''. | |||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Projektpartner zur Umsetzung und Teilfinanzierung des LIFE-Projektes waren die Stadt Hamm als Projektantragstellerin und -initiatorin, der [[Lippeverband]] für die technische Projektleitung sowie die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e. V. und der Kreis Warendorf. Die Kosten wurden mit 5,5 Millionen Euro beziffert, wovon die Projektpartner jedoch nur 0,55 Millionen zu tragen haben sollten.<ref name="broschuere12">Stadt Hamm – Umweltamt (Hg.): [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/fileadmin/user%20upload/Medienarchiv/Umwelt%20Abfallwirtschaft/Lifeplus-Projekt/Life-Lippeaue%20alt/Dokumente/Laienbericht%20LIFE%20Lippeaue.pdf Life Projekt Lippeaue. 1. Auflage 2009.], S. 12.</ref> Grund dafür waren Förderzusagen der EU, da mit dem Projekt Ziele der 1992 verabschiedeten FFH-Richtlinie (Fauna | Projektpartner zur Umsetzung und Teilfinanzierung des LIFE-Projektes waren die Stadt Hamm als Projektantragstellerin und -initiatorin, der [[Lippeverband]] für die technische Projektleitung sowie die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e. V. und der Kreis Warendorf. Die Kosten wurden mit 5,5 Millionen Euro beziffert, wovon die Projektpartner jedoch nur 0,55 Millionen zu tragen haben sollten.<ref name="broschuere12">Stadt Hamm – Umweltamt (Hg.): [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/fileadmin/user%20upload/Medienarchiv/Umwelt%20Abfallwirtschaft/Lifeplus-Projekt/Life-Lippeaue%20alt/Dokumente/Laienbericht%20LIFE%20Lippeaue.pdf Life Projekt Lippeaue. 1. Auflage 2009.], S. 12.</ref> Grund dafür waren Förderzusagen der EU, da mit dem Projekt Ziele der 1992 verabschiedeten FFH-Richtlinie (Fauna – Flora – Habitat) umgesetzt wurden, zu denen sich jeder EU-Staat verpflichtet hat.<ref>Stadt Hamm – Umweltamt (Hg.): [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/fileadmin/user%20upload/Medienarchiv/Umwelt%20Abfallwirtschaft/Lifeplus-Projekt/Life-Lippeaue%20alt/Dokumente/Laienbericht%20LIFE%20Lippeaue.pdf Life Projekt Lippeaue. 1. Auflage 2009.], S. 8.</ref> Im Projektgebiet, das eine Länge von 17 km hatte, mussten ca. 100 ha Flächen angekauft werden.<ref name="broschuere12"/> | ||
Das Vorhaben wurde im Zeitraum September [[2006]] bis [[2010]] in mehreren Maßnahmenblöcken (A-E) umgesetzt:<ref>Stadt Hamm – Umweltamt (Hg.): [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/fileadmin/user%20upload/Medienarchiv/Umwelt%20Abfallwirtschaft/Lifeplus-Projekt/Life-Lippeaue%20alt/Dokumente/Laienbericht%20LIFE%20Lippeaue.pdf Life Projekt Lippeaue. 1. Auflage 2009.], S. 12–14.</ref> | Das Vorhaben wurde im Zeitraum September [[2006]] bis [[2010]] in mehreren Maßnahmenblöcken (A-E) umgesetzt:<ref>Stadt Hamm – Umweltamt (Hg.): [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/fileadmin/user%20upload/Medienarchiv/Umwelt%20Abfallwirtschaft/Lifeplus-Projekt/Life-Lippeaue%20alt/Dokumente/Laienbericht%20LIFE%20Lippeaue.pdf Life Projekt Lippeaue. 1. Auflage 2009.], S. 12–14.</ref> | ||
* | *Block A: Bau eines „Umgehungsgerinnes“ um das Wehr Heessen | ||
* | *Block B: Bau einer Flutmulde, Blänke und Düne, „Uferentfesselung“ sowie Konstruktion eines Aussichtsturms am [[Niederwerrieser Weg]] | ||
* | *Block C: Umfangreiche Umgestaltung der Flusslandschaft östlich von [[Schloss Oberwerries]] mit Uferentfesselung, Nebenarm, Flutmulde, Dünen, Blänke, Aussichtshügel, Naturpfad und Stillgewässer | ||
* | *Block D: Bau einer neuen Schlinge der Lippe bei Ahlen-Dolberg inkl. Uferentfesselung, Flutmulde und Düne | ||
* | *Block E: Schaffung einer Flutmulde, Brache sowie weitere Maßnahmen wie Uferentfesselung an der [[A2]] an der Grenze zum Kreis Soest | ||
Begleitend zum Projekt gab die Stadt Hamm einen Newsletter, die | Begleitend zum Projekt gab die Stadt Hamm einen Newsletter, die [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/lifeplus-projekt/life-projekt-2005-2010/life-informationsmaterial.html „Auenpost“] heraus. Auf der Homepage der Stadt Hamm findet sich eine ausführliche [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/lifeplus-projekt/life-projekt-2005-2010/life-zeitreise.html Chronik] zum Projektverlauf. | ||
Die Aussichtstürme bieten Besuchern auf zwei Ebenen in ca. 7 bzw. 10 Metern Höhe einen Blick über die Lippeaue.<ref name="pdf-aussichtspunkte"/> Mit der Einweihung des | Die Aussichtstürme bieten Besuchern auf zwei Ebenen in ca. 7 bzw. 10 Metern Höhe einen Blick über die Lippeaue.<ref name="pdf-aussichtspunkte"/> Mit der Einweihung des Turms am Niederwerrieser Weg am [[25. Februar]] [[2010]] im Beisein von Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann-Petermann, NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg und Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes, fand das ursprüngliche Projekt ein Ende.<ref name="wade2010">[https://www.wa.de/hamm/aussichtsplattform-schliesst-life-projekt-lippeaue-651951.html ''Aussichtsplattform schließt Life-Projekt Lippeaue ab'']. In: wa.de vom 26. Februar 2010.</ref> | ||
=== LIFE+ === | === LIFE+ === | ||
[[Datei:Lippefähre 06.jpg|mini|rechts|alternativtext=Lippefähre „Lupia“|Lippefähre „Lupia“]] | [[Datei:Lippefähre 06.jpg|mini|rechts|alternativtext=Lippefähre „Lupia“|Lippefähre „Lupia“]] | ||
Die Beendigung des Projekts LIFE markierte gleichzeitig den Beginn des mit sechs Millionen Euro dotierten<ref name="wade2010"/> Anschlussprojektes ''LIFE+'', das die Renaturierung von [[2010]] bis [[2015]] | Die Beendigung des Projekts LIFE markierte gleichzeitig den Beginn des mit sechs Millionen Euro dotierten<ref name="wade2010"/> Anschlussprojektes ''LIFE+'', das die Renaturierung von [[2010]] bis [[2015]] fortsetzte. Ziel des Projektes war die Verbesserung des Lebensraumes für bedrohte Arten und die Herstellung eines Rückhalteraums für Hochwasser.<ref name="hammde2021-2"/> | ||
Die Maßnahmen fanden rechtsseitig der [[Nordenbrücke]] an der [[Münsterstraße]] bis zum Gebiet Heidemühle in [[Uentrop]] auf einer Fläche von 182 Hektar statt.<ref name="hammde2021"> | Die Maßnahmen fanden rechtsseitig der [[Nordenbrücke]] an der [[Münsterstraße]] bis zum Gebiet Heidemühle in [[Uentrop]] auf einer Fläche von 182 Hektar statt.<ref name="hammde2021">Stadt Hamm (Hg.): ''Weitere Starthilfen für die Natur''. In: hamm.de vom 2. September 2021, zul. abgerufen am 26. Juli 2023.</ref> | ||
Zu den Einzelmaßnahmen des Projekts gehörten laut Stadt Hamm | Zu den Einzelmaßnahmen des Projekts gehörten laut Stadt Hamm | ||
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Nahe des [[Friedhof Werries|Friedhofes von Werries]] beginnt seither ein ca. 3 km langer ''Lippeauaenpfad'', der an elf Stationen dazu einladen soll, die Auen und die dortige Tier- und Pflanzenwelt zu entdecken. Teil des Pfades ist ein Bohlenweg, der als Rundweg um ein Stillgewässer entlang des Ufers der Lippe führt.<ref name="pdf-aussichtspunkte">[https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/fileadmin/user_upload/Medienarchiv/Umwelt_Abfallwirtschaft/Lifeplus-Projekt/Dokumente/Karte_Aussichtspunkte_Lippeaue_.pdf | Nahe des [[Friedhof Werries|Friedhofes von Werries]] beginnt seither ein ca. 3 km langer ''Lippeauaenpfad'', der an elf Stationen dazu einladen soll, die Auen und die dortige Tier- und Pflanzenwelt zu entdecken. Teil des Pfades ist ein Bohlenweg, der als Rundweg um ein Stillgewässer entlang des Ufers der Lippe führt.<ref name="pdf-aussichtspunkte">Stadt Hamm (Hg.): [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/fileadmin/user_upload/Medienarchiv/Umwelt_Abfallwirtschaft/Lifeplus-Projekt/Dokumente/Karte_Aussichtspunkte_Lippeaue_.pdf ''Aussichtspunkte in der Lippeaue''] (PDF). In: hamm.de.</ref> | ||
Die Personenfähre nahe von [[Schloss Oberwerries]], die als Seilfähre von den Fahrgästen selbst angetrieben wird, wurde am [[25. April]] [[2013]] auf den Namen [[Lippefähre Lupia|Lupia]] getauft. Den lateinischen Namen gaben die Römer der Lippe und damit stellt der Name einen direkten Bezug zum Fluss und zu den Römern her. Zur Namensfindung wurde gemeinsam mit dem [[Westfälischer Anzeiger|Westfälischen Anzeiger]] ein Wettbewerb ausgerufen. Eine Jury aus Vertretern des [[Lippeverband]]s, des LIFE+ Projektes und des [[Stadtmarketing]]s Hamm wählte aus 357 Vorschlägen den Gewinnernamen aus. | Die Personenfähre nahe von [[Schloss Oberwerries]], die als Seilfähre von den Fahrgästen selbst angetrieben wird, wurde am [[25. April]] [[2013]] auf den Namen [[Lippefähre Lupia|Lupia]] getauft. Den lateinischen Namen gaben die Römer der Lippe und damit stellt der Name einen direkten Bezug zum Fluss und zu den Römern her. Zur Namensfindung wurde gemeinsam mit dem [[Westfälischer Anzeiger|Westfälischen Anzeiger]] ein Wettbewerb ausgerufen. Eine Jury aus Vertretern des [[Lippeverband]]s, des LIFE+ Projektes und des [[Stadtmarketing]]s Hamm wählte aus 357 Vorschlägen den Gewinnernamen aus. | ||
Das Projekt wurde im August [[2015]] abgeschlossen.<ref name="hammde2021"/> Laut Stadt Hamm | Das Projekt wurde im August [[2015]] abgeschlossen.<ref name="hammde2021"/> Laut Stadt Hamm belege „die Rückkehr seltener Arten wie Uferschwalbe, [[Störche in Hamm|Weißstorch]] und [[Biber in der Hammer Lippeaue|Biber]] […] dass diese Maßnahmen schon jetzt erste ökologische Erfolge zeigen.“<ref name="hammde2021-2">[https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/de/lifeplus-projekt.html ''Herzlich willkommen im LIFE+ Projekt "Lippeaue"'']. In: hamm.de vom 2. September 2021.</ref> | ||
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Bild:Lippeaue_2012_Storch_1.jpg|thumb|right|Das erste Hammer brütet an der Niederwerrieser Brücke (2012)]] | |||
Bild:20150608_BiberLippeAue_01.jpg|Biber in der Lippeaue, 8. Juni 2015 | |||
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== Siehe auch == | |||
* ''[[Lippe]]'' | |||
* ''[[Lippeauen]]'' | |||
* ''[[Erlebensraum Lippeaue]]'' | |||
* ''[[Biber in der Hammer Lippeaue]]'' | |||
* ''[[Störche in Hamm]]'' | |||
* ''[[Umweltschutz in Hamm]]'' | |||
* ''[[Lippeverband]]'' | |||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
* http://www.life-lippeaue.de | * [http://www.life-lippeaue.de Ehemalige Projekt-Homepage, verwaist] | ||
* Stadt Hamm – Umweltamt (Hg.): [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/fileadmin/user%20upload/Medienarchiv/Umwelt%20Abfallwirtschaft/Lifeplus-Projekt/Life-Lippeaue%20alt/Dokumente/Laienbericht%20LIFE%20Lippeaue.pdf Life Projekt Lippeaue. 1. Auflage 2009.] | * Stadt Hamm – Umweltamt (Hg.): [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/fileadmin/user%20upload/Medienarchiv/Umwelt%20Abfallwirtschaft/Lifeplus-Projekt/Life-Lippeaue%20alt/Dokumente/Laienbericht%20LIFE%20Lippeaue.pdf Life Projekt Lippeaue. 1. Auflage 2009.] | ||
* [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/de/lifeplus-projekt.html | * [https://www.hamm.de/apps/lifeplus-hamm/lifeplushamm/de/lifeplus-projekt.html ''Herzlich willkommen im LIFE+ Projekt "Lippeaue"'']. In: hamm.de vom 2. September 2021. | ||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
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[[Kategorie:Natur]] | [[Kategorie:Natur]] | ||
[[Kategorie:Umwelt]] | |||
[[Kategorie:Lippeauen]] | |||
[[Kategorie:Projekte der Stadtplanung]] | [[Kategorie:Projekte der Stadtplanung]] | ||