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[[Datei:Lippe an der Münsterstraße (2022).jpg|mini|rechts|alternativtext=Lippe mit Flutmulden an der [[Münsterstraße]] Richtung Westen|Lippe mit Flutmulden an der [[Münsterstraße]] Richtung Westen]]
'''Lippewiesen''' oder '''Lippeauen''' nennt man im Volksmund das Gebiet nördlich entlang der Lippe, begrenzt durch die [[Bundesstraße 61|B61]] ([[Dolberger Straße]] bzw. [[Heessener Straße]]). Der [[Flugplatz Hamm]], das [[Schloss Heessen]] und das [[Schloss Oberwerries]] liegen in den Lippewiesen.  
Die '''Lippeauen''', im Volksmund „Lippewiesen“, befinden sich auf Hammer Stadtgebiet ausschließlich nördlich entlang der Lippe, begrenzt durch die [[Bundesstraße 61|B61]] ([[Dolberger Straße]] bzw. [[Heessener Straße]]). Der [[Flugplatz Hamm]], das [[Schloss Heessen]] und das [[Schloss Oberwerries]] liegen in den Lippewiesen.  


Lippewiesen bzw. Auen gibt es natürlich nicht nur hier, sondern am gesamten Lauf der Lippe. Auf Hammer Stadtgebiet beginnen sie in [[Uentrop]], wo auch mehrfach [[Störche in Hamm|Störche]] und [[Biber in der Hammer Lippeaue|Biber]] gesichtet wurden, und führen weit über die Stadtmitte bzw. Hamm-[[Norden]] bis [[Bockum-Hövel]] und darüber hinaus.
Lippewiesen bzw. Auen gibt es natürlich nicht nur hier, sondern entlang des gesamten Laufs der Lippe. Auf Hammer Stadtgebiet beginnen sie in [[Uentrop]], wo auch mehrfach [[Störche in Hamm|Störche]] und [[Biber in der Hammer Lippeaue|Biber]] gesichtet wurden, und führen weit über die Stadtmitte bzw. Hamm-[[Norden]] bis [[Bockum-Hövel]] und darüber hinaus.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Mit der Industrialisierung und dem Wachstum der Großstadt Hamm fand unter anderem eine Begradigung der Lippe statt. In die Lippeauen wurde hierdurch erheblich eingegriffen.
Mit der Industrialisierung und dem Wachstum der Großstadt Hamm fand unter anderem eine Begradigung der Lippe statt. In die Lippeauen wurde hierdurch erheblich eingegriffen. Dieser Zustand blieb bis Anfang des 21. Jahrhunderts weitgehend bestehen.


Mit dem [[LIFE-Projekt Lippeaue]] ([[2005]]–[[2010]]) wurde eine Renaturierung und Verbesserung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen in fünf Teilgebieten entlang der [[Lippe]] angestrebt. Gleichzeitig sollte die Lippeaue so für Ausflügler besser erschlossen werden. Die Arbeiten fanden in den östlichen Lippeauen in den Bezirken [[Heessen]] und [[Uentrop]] statt. Das LIFE-Projekt wurde vom [[LIFE-Projekt Lippeaue#LIFE+|LIFE+-Projekt]] ([[2010]]–[[2015]]) mit demselben Ziel gefolgt.  
Mit dem [[LIFE-Projekt Lippeaue]] ([[2005]]–[[2010]]) wurde eine Renaturierung und Verbesserung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen in fünf Teilgebieten entlang der [[Lippe]] angestrebt. Gleichzeitig sollte die Lippeaue so für Ausflügler besser erschlossen werden. Die Arbeiten fanden in den östlichen Lippeauen in den Bezirken [[Heessen]] und [[Uentrop]] statt. Das LIFE-Projekt wurde vom [[LIFE-Projekt Lippeaue#LIFE+|LIFE+-Projekt]] ([[2010]]–[[2015]]) mit demselben Ziel gefolgt.


Eine Renaturierung der Lippeauen im westlichen Teil, ab der [[Nordenbrücke]] bis nach [[Bockum-Hövel]], erfolgte schließlich von [[2018]] bis [[2023]] durch das Projekt ''[[Erlebensraum Lippeaue]]''.
Eine Renaturierung der Lippeauen im westlichen Teil (ab der [[Nordenbrücke]] bis nach [[Bockum-Hövel]]) erfolgte schließlich von [[2018]] bis [[2023]] durch das Projekt ''[[Erlebensraum Lippeaue]]''.
 
=== Rückkehr geschützter Arten ===


Im Frühjahr 2024 berichtete der Westfälische Anzeiger, dass sich die Lippeauen in der Tierwelt immer größerer Beliebtheit erfreuen. Neben den bereits länger zurückgekehrten [[Störche in Hamm|Störchen]] und [[Biber in der Hammer Lippeaue|Bibern]] seien hier Eisvögel und diverse Zugvögel, darunter Grünschenkel und Alpenstrandläufer beobachtet worden. Gänsearten wie die Blässgans würden offenbar sogar in den Lippeauen überwintern. Daneben würden sich, so eine Mitteilung der Stadt Hamm, die Populationen von Amphibienarten wie dem Kammmolch und dem grünen Laubfrosch erholen. Auch die bedrohte Knoblauchkröte sei nun in Hamm heimisch. Daneben berichtete die Stadt Hamm auch von Erfolgen bei der Diversifikation der Flora, wenngleich der geplante Auwald Zeit für seine Entwicklung brauche.<ref>Frank Lahme: [https://www.wa.de/hamm/uentrop-ort370525/hamm-immer-mehr-tiere-finden-in-den-lippeauen-ein-neues-zuhause-92811325.html ''Immer mehr Tiere finden in den Lippeauen ein neues Zuhause'']. In: wa.de vom 4. Februar 2024.</ref>  
Im Frühjahr 2024 berichtete der Westfälische Anzeiger, dass sich die Lippeauen in der Tierwelt immer größerer Beliebtheit erfreuen. Neben den bereits länger zurückgekehrten [[Störche in Hamm|Störchen]] und [[Biber in der Hammer Lippeaue|Bibern]] seien hier Eisvögel und diverse Zugvögel, darunter Grünschenkel und Alpenstrandläufer beobachtet worden. Gänsearten wie die Blässgans würden offenbar sogar in den Lippeauen überwintern. Daneben würden sich, so eine Mitteilung der Stadt Hamm, die Populationen von Amphibienarten wie dem Kammmolch und dem grünen Laubfrosch erholen. Auch die bedrohte Knoblauchkröte sei nun in Hamm heimisch. Daneben berichtete die Stadt Hamm auch von Erfolgen bei der Diversifikation der Flora, wenngleich der geplante Auwald Zeit für seine Entwicklung brauche.<ref>Frank Lahme: [https://www.wa.de/hamm/uentrop-ort370525/hamm-immer-mehr-tiere-finden-in-den-lippeauen-ein-neues-zuhause-92811325.html ''Immer mehr Tiere finden in den Lippeauen ein neues Zuhause'']. In: wa.de vom 4. Februar 2024.</ref>