Zeche Radbod: Unterschied zwischen den Versionen
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|Typ=Industriegebäude | |Typ=Industriegebäude | ||
|Gebäudetyp=Zeche | |Gebäudetyp=Zeche | ||
|Namensherkunft= | |Namensherkunft=''siehe Kapitel [[Zeche Radbod#Namensgebung|Namensgebung]]'' | ||
|existiert-seit=1905 | |existiert-seit=1905 | ||
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|erfasst=4. Februar 2015 | |erfasst=4. Februar 2015 | ||
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Die '''Zeche Radbod''' war ein Steinkohlen-Bergwerk in [[Bockum-Hövel]], das zwischen [[1905]] und [[1990]] in Betrieb war. | Die '''Zeche Radbod''' war ein Steinkohlen-Bergwerk in [[Bockum-Hövel]], das zwischen [[1905]] und [[1990]] in Betrieb war. | ||
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Teufbeginn für Schacht I auf dem Gelände war am [[13. März]] [[1905]]. Im September erreichte Schacht I die erste Sohle in 717 m Tiefe und wenige Monate später dann auch Schacht II. Die zweite und dritte Sohle wurde auf 772 m bzw. 844 m angelegt. Um den Betrieb zu sichern, wurden drei weitere Felder gemutet und [[1905]] verliehen. Durch Feldertausch mit der ''Rheinisch-Westfälischen Bergwerks AG'' entstanden die Felder ''Wittekind'' und ''Radbod''. | Teufbeginn für Schacht I auf dem Gelände war am [[13. März]] [[1905]]. Im September erreichte Schacht I die erste Sohle in 717 m Tiefe und wenige Monate später dann auch Schacht II. Die zweite und dritte Sohle wurde auf 772 m bzw. 844 m angelegt. Um den Betrieb zu sichern, wurden drei weitere Felder gemutet und [[1905]] verliehen. Durch Feldertausch mit der ''Rheinisch-Westfälischen Bergwerks AG'' entstanden die Felder ''Wittekind'' und ''Radbod''. | ||
Die erste Steinkohleförderung erfolgte zwar bereits im November 1905, die planmäßige Förderung setzte allerdings erst im Oktober [[1907]] ein. Radbod hatte zu diesem Zeitpunkt 609 Mann Belegschaft und förderte 49.151 t Steinkohle. Ein Teil der heute noch stehenden Tagesanlagen war [[1907]] bereits fertiggestellt. Der weitere Ausbau wurde unter wie über Tage mit Hochdruck vorangetrieben. | Die erste Steinkohleförderung erfolgte zwar bereits im November 1905, die planmäßige Förderung setzte allerdings erst im Oktober [[1907]] ein. Radbod hatte zu diesem Zeitpunkt 609 Mann Belegschaft und förderte 49.151 t Steinkohle. Ein Teil der heute noch stehenden Tagesanlagen war [[1907]] bereits fertiggestellt. Die beiden Fördergerüste in Ausführung als „deutsche Strebengerüste“ wurden aus dem englischen „Bock“ entwickelt. Die Dampffördermaschine für Schacht 1 wurde 1907 von der Wilhelmshütte Mülheim und die für Schacht 2 1908 von der Eisenhütte Prinz Rudolph hergestellt.<ref>[https://www.hamm.de/tourismus/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/industriedenkmaeler/zeche-radbod Zeche Radbod auf hamm.de]</ref> | ||
Der weitere Ausbau wurde unter wie über Tage mit Hochdruck vorangetrieben. | |||
==== Namensgebung ==== | ==== Namensgebung ==== | ||
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=== Grubenunglück 1908 === | === Grubenunglück 1908 === | ||
[[Datei:Bockum Hoevel Denkmal Radbod.jpg|mini|rechts|alternativtext=Denkmal als Statue eines Bergmanns auf dem Friedhof Hövel|Denkmal auf dem | [[Datei:Bockum Hoevel Denkmal Radbod.jpg|mini|rechts|alternativtext=Denkmal als Statue eines Bergmanns auf dem Friedhof Hövel|Denkmal auf dem Ehrenfriedhof Hövel]] | ||
→ ''siehe auch'' [[Grubenunglück 1908 auf der Zeche Radbod]] | |||
Am [[12. November]] [[1908]] ereignete sich in der Zeche eines der schwersten Grubenunglücke des deutschen Steinkohlebergbaus. Durch eine offene Benzin-Grubenlampe wurde auf der dritten Sohle eine schwere Schlagwetterexplosion ausgelöst. Diese kostete 350 Bergleuten ihr Leben, was nahezu der gesamten Nachtschicht entsprach. An das Unglück und die Toten erinnert die Gedenkstätte Zeche Radbod auf dem Ehrenfriedhof für die Opfer im Hammer Stadtteil Hövel, [[Ermelinghofstraße]]. | Am [[12. November]] [[1908]] ereignete sich in der Zeche eines der schwersten Grubenunglücke des deutschen Steinkohlebergbaus. Durch eine offene Benzin-Grubenlampe wurde auf der dritten Sohle eine schwere Schlagwetterexplosion ausgelöst. Diese kostete 350 Bergleuten ihr Leben, was nahezu der gesamten Nachtschicht entsprach. An das Unglück und die Toten erinnert die Gedenkstätte Zeche Radbod auf dem Ehrenfriedhof für die Opfer im Hammer Stadtteil Hövel, [[Ermelinghofstraße]]. | ||
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Das Unglück löste eine politische Diskussion über Arbeiterschutzmaßnahmen und Aufsichtspflichten aus, insbesondere wurde ein Arbeitsschutzgesetz gefordert. Als Folge dieses Unglücks wurde im Deutschen Reich angeordnet, dass alle Benzin-Grubenlampen abgeschafft und durch neuartige elektrische Sicherheitslampen ersetzt werden sollten. Zuerst wurden diese auf der Zeche Radbod eingeführt. In Kohle durfte nicht mehr geschossen werden, Hohlräume mussten dicht verfüllt werden. | Das Unglück löste eine politische Diskussion über Arbeiterschutzmaßnahmen und Aufsichtspflichten aus, insbesondere wurde ein Arbeitsschutzgesetz gefordert. Als Folge dieses Unglücks wurde im Deutschen Reich angeordnet, dass alle Benzin-Grubenlampen abgeschafft und durch neuartige elektrische Sicherheitslampen ersetzt werden sollten. Zuerst wurden diese auf der Zeche Radbod eingeführt. In Kohle durfte nicht mehr geschossen werden, Hohlräume mussten dicht verfüllt werden. | ||
=== 1910–1945 === | === 1910–1945 === | ||
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==== Nach 1933 ==== | ==== Nach 1933 ==== | ||
Nach | Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten [[1933]] belebte sich das Geschäft durch Aufrüstung im Vorfeld des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]], weshalb [[1936]] der Winkhausschacht mit einem Fördergerüst und einer Schachthalle ausgestattet wurde. Im Jahr [[1937]] wurden erstmals mehr als 1 Mio. (genau 1.046.671) Tonnen Kohle gefördert und 240.397 Tonnen Koks produziert. Zu Beginn des Krieges forderte am [[9. Mai]] [[1939]] eine erneute Schlagwetterexplosion neun Tote und 15 Verletzte und die Förderung sank durch Kriegsschäden in der Folgezeit beträchtlich. Sie musste nach einem schweren Angriff am 10. März 1945 schließlich am 30. März eingestellt werden. | ||
===== Einsatz von Zwangsarbeitern ===== | ===== Einsatz von Zwangsarbeitern ===== | ||
Zwischen 1941 und 1945 wurde der Betrieb weitgehend mit Hilfe von Zwangsarbeitern aufrechterhalten.<ref name="hertel2018">Peter Hertel: ''Vor unsrer Haustür. Eine Kindheit im NS-Staat - früh erlebt, spät erkundet,'' Münster 2018, S. 103–136.</ref> Schon im Februar 1940 gab an der Zeche ein Lager für zivile polnische Zwangsarbeiter. Für sie und zunächst 500 Zwangsarbeiter aus der Ukraine wurde 1941 das ''Gemeinschaftslager der Zeche Radbod'' errichtet. Mitte 1942 waren Zwangsarbeiter aus der von Deutschland besetzten Sowjetunion – außer den baltischen Staaten – unter Tage eingesetzt. Im August 1942 wurden die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen in einem durch Stacheldraht eingezäunten Barackenlager untergebracht. 1944 betrug ihre Zahl weit über 1000.<ref name="hertel2018"/> Hinter Stacheldraht gefangen waren seit 1944 auch zirka 150 italienische ''Militärinternierte'' ''(IMI)'' – Kriegsgefangene, die den Krieg auf Seiten der Faschisten nicht weiterführen wollten. | Zwischen [[1941]] und [[1945]] wurde der Betrieb weitgehend mit Hilfe von Zwangsarbeitern aufrechterhalten.<ref name="hertel2018">Peter Hertel: ''Vor unsrer Haustür. Eine Kindheit im NS-Staat - früh erlebt, spät erkundet,'' Münster 2018, S. 103–136.</ref> Schon im Februar 1940 gab es an der Zeche ein Lager für zivile polnische Zwangsarbeiter. Für sie und zunächst 500 Zwangsarbeiter aus der Ukraine wurde 1941 das ''Gemeinschaftslager der Zeche Radbod'' errichtet. Mitte [[1942]] waren Zwangsarbeiter aus der von Deutschland besetzten Sowjetunion – außer den baltischen Staaten – unter Tage eingesetzt. Im August 1942 wurden die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen in einem durch Stacheldraht eingezäunten Barackenlager untergebracht. [[1944]] betrug ihre Zahl weit über 1000.<ref name="hertel2018"/> Hinter Stacheldraht gefangen waren seit 1944 auch zirka 150 italienische ''Militärinternierte'' ''(IMI)'' – Kriegsgefangene, die den Krieg auf Seiten der Faschisten nicht weiterführen wollten. | ||
Im September 1944 ließ die Geheime Staatspolizei (Gestapo) ein Arbeitserziehungslager (AEL) als ''KZ vor Ort'' für mindestens 131 Zwangsarbeiterinnen einrichten, die zum Teil auch unter Tage arbeiten mussten. 16 von ihnen sind verschollen.<ref name="hertel2018"/> | Im September [[1944]] ließ die Geheime Staatspolizei (Gestapo) ein Arbeitserziehungslager (AEL) als ''KZ vor Ort'' für mindestens 131 Zwangsarbeiterinnen einrichten, die zum Teil auch unter Tage arbeiten mussten. 16 von ihnen sind verschollen.<ref name="hertel2018"/> | ||
==== Kriegsende ==== | ==== Kriegsende ==== | ||
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Die Beschäftigtenzahlen entwickelten sich seit Betriebsaufnahme wie folgt: | Die Beschäftigtenzahlen entwickelten sich seit Betriebsaufnahme wie folgt: | ||
{| | {| class="wikitable sortable mw-collapsible" | ||
! | ! Jahr !! Bergleute | ||
|- | |||
|1903 | |||
|162 | |||
|- | |||
|1908 | |||
|1.805 | |||
|- | |||
|1909 | |||
|701 | |||
|- | |- | ||
| | |1913 | ||
|4.389 | |||
| | |||
|- | |- | ||
| | |1923 | ||
| | |4.389 | ||
|- | |- | ||
| | |1928 | ||
|2.531 | |||
| | |||
|- | |- | ||
| | |1934 | ||
| | |1.699 | ||
|- | |- | ||
| | |1937 | ||
| | |2.811 | ||
|- | |- | ||
| | |1941 | ||
|2.916 | |||
|- | |- | ||
| | |1943 | ||
| | |3.963 | ||
|- | |- | ||
| | |1947 | ||
| | |3.491 | ||
| | |- | ||
| | |1950 | ||
|3.851 | |||
|- | |||
|1954 | |||
|3.837 | |||
|- | |||
|1960 | |||
|2.574 | |||
|- | |||
|1974 | |||
|1.463 | |||
|- | |||
|1989 | |||
|2000 (ca.) | |||
|} | |} | ||
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== Nachnutzung == | == Nachnutzung == | ||
[[Datei:Gewerbegebiet-Radbod (2012).jpg|mini|rechts|Gewerbegebiet Radbod (Juli 2012)<br/>© RVR/Hubert Harst – [https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0 Datenlizenz Deutschland]]] | [[Datei:Gewerbegebiet-Radbod (2012).jpg|mini|rechts|Gewerbegebiet Radbod (Juli 2012)<br/>© RVR/Hubert Harst – [https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0 Datenlizenz Deutschland]]] | ||
[[Datei:9769366.jpg|miniatur| | [[Datei:9769366.jpg|miniatur|Fördergerüste 2007]] | ||
Nach Freigabe des Geländes durch die Bergaufsicht und einer Sanierung von Altlasten auf dem Betriebsgelände wurde dieses einer Umnutzung zugeführt. | Nach Freigabe des Geländes durch die Bergaufsicht und einer Sanierung von Altlasten auf dem Betriebsgelände wurde dieses einer Umnutzung zugeführt. | ||
=== Gebäude und | === Gebäude und Anlagen === | ||
Von den Anlagen über Tage bleib nur wenig erhalten. Die Fördergerüste (Modell Klönne) und die Fördermaschinenhallen der Schächte I und II stehen seit dem Jahr [[2000]] als Industriedenkmäler unter [[Radbod Schächte I und II|Denkmalschutz]]. | Von den Anlagen über Tage bleib nur wenig erhalten. Die Fördergerüste (Modell Klönne) und die Fördermaschinenhallen der Schächte I und II stehen seit dem Jahr [[2000]] als Industriedenkmäler unter [[Radbod Schächte I und II|Denkmalschutz]]. | ||
In einigen Gebäuden des Haupteingangsbereiches befindet sich heute das soziokulturelle Zentrum [[Kulturrevier Radbod]]. Der Rest des Geländes wird als [[Gewerbe- und Industriegebiet Radbod]] vermarktet und genutzt. | In einigen Gebäuden des Haupteingangsbereiches befindet sich heute das soziokulturelle Zentrum [[Kulturrevier Radbod]]. Der Rest des Geländes wird als [[Gewerbe- und Industriegebiet Radbod]] vermarktet und genutzt. | ||
Die Maschinenhallen lagen längere Zeit brach. Im Sommer 2023 will ein Hammer Architekt mit dem Umbau beginnen. Entstehen soll ein Café-Bistro mit Außengastronomie und Büros. Das historische Erbe des Gebäudes soll in das Ambiente mit einbezogen werden.<ref>Daniel Schinzig: [https://www.wa.de/hamm/bockum-hoevel-ort370528/hamm-zeche-radbod-cafe-buero-maschinenhallen-architekt-bockum-hoevel-mehmet-karademir-92265219.html „Architekt baut Café und Büros in historische Maschinenhallen“] in: wa.de vom 9. Mai 2023</ref> | Die Maschinenhallen lagen längere Zeit brach. Im Sommer 2023 will ein Hammer Architekt mit dem Umbau beginnen. Entstehen soll ein Café-Bistro mit Außengastronomie und Büros. Das historische Erbe des Gebäudes soll in das Ambiente mit einbezogen werden.<ref>Daniel Schinzig: [https://www.wa.de/hamm/bockum-hoevel-ort370528/hamm-zeche-radbod-cafe-buero-maschinenhallen-architekt-bockum-hoevel-mehmet-karademir-92265219.html „Architekt baut Café und Büros in historische Maschinenhallen“] in: wa.de vom 9. Mai 2023</ref> | ||
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Schacht I und II wurden bereits vor Jahren verfüllt. Schacht Radbod 5 diente nach 1990 zunächst als ausziehender Schacht zur Bewetterung der Zeche Heinrich-Robert und anschließend des [[Bergwerk Ost|Bergwerks Ost]]. Seit dessen Stilllegung im September 2010 wurde der Schacht zusammen mit Schacht 6 nur noch für die Wasserhaltung genutzt. | Schacht I und II wurden bereits vor Jahren verfüllt. Schacht Radbod 5 diente nach 1990 zunächst als ausziehender Schacht zur Bewetterung der Zeche Heinrich-Robert und anschließend des [[Bergwerk Ost|Bergwerks Ost]]. Seit dessen Stilllegung im September 2010 wurde der Schacht zusammen mit Schacht 6 nur noch für die Wasserhaltung genutzt. | ||
Für die Sanierung von Schacht I wurden im Dezember [[2011]] 990.000 € durch das Land NRW bereit gestellt. Im Juli [[2012]] folgten weitere 300.000 € von Bund und Land für die Sanierung von Schacht II. Laut Pressebericht | Für die Sanierung von Schacht I wurden im Dezember [[2011]] 990.000 € durch das Land NRW bereit gestellt. Im Juli [[2012]] folgten weitere 300.000 € von Bund und Land für die Sanierung von Schacht II. Laut Pressebericht sollte die Gesamtsanierung ca. 3,8 Mio. € kosten.<ref>[[Zeche_Radbod_(Presseberichte)#2012|Westfälischer Anzeiger vom 27. Juli 2012 in den Presseberichten]]</ref> | ||
Schacht 5 (auch ''Winkhausschacht'' genannt) war unter Tage mit dem außerhalb des Stadtgebietes in Nordick liegenden ehemaligen Schacht 6 (''[[Donarfeld|Donar]]'') verbunden. Dort sollte nach Planungen der RAG und deren Tochter DSK bis [[2015]] das Bergwerk Donar entstehen, wozu es jedoch nicht mehr kam. Im Dezember 2012 wurde Schacht 5 verfüllt, Schacht 6 sollte im Januar 2013 verfüllt werden.<ref name="hammextra">[Endgültiger Rückzug von Radbod 5, Radbod 6 und Sandbochum] in: [https://web.archive.org/web/20121215050034/http://www.hammextra.de/endgueltiger-ruckzug-radbod/ hammextra.de (Archiv)]</ref> | Schacht 5 (auch ''Winkhausschacht'' genannt) war unter Tage mit dem außerhalb des Stadtgebietes in Nordick liegenden ehemaligen Schacht 6 (''[[Donarfeld|Donar]]'') verbunden. Dort sollte nach Planungen der RAG und deren Tochter DSK bis [[2015]] das Bergwerk Donar entstehen, wozu es jedoch nicht mehr kam. Im Dezember 2012 wurde Schacht 5 verfüllt, Schacht 6 sollte Presseberichten zufolge im Januar 2013 verfüllt werden.<ref name="hammextra">[Endgültiger Rückzug von Radbod 5, Radbod 6 und Sandbochum] in: [https://web.archive.org/web/20121215050034/http://www.hammextra.de/endgueltiger-ruckzug-radbod/ hammextra.de (Archiv)]</ref> | ||
Die Verfüllung von Schacht V ermöglichte eine weitere Vermarktung von Flächen im [[Gewerbe- und Industriegebiet Radbod]]. | Die Verfüllung von Schacht V ermöglichte eine weitere Vermarktung von Flächen im [[Gewerbe- und Industriegebiet Radbod]]. 2013 wurden so weitere 2,75 ha Flächen Teil des Gewerbegebiets Radbod.<ref>[https://www.wa.de/hamm/gelaende-ehemaligen-zeche-radbod-hamm-sind-flaechen-frei-geworden-3941135.html wa.de vom 25. September 2014]</ref> | ||
=== Die Strecke === | === Die Strecke (2023) === | ||
Am [[3. Juni]] [[2023]] fand auf Radbod zum ersten Mal das Aktionskunstfestival „[[Die Strecke]]“ statt. Ausgehend von Radbod markierte das Künstlerehepaar Christiane und Werner Reumke mit einer Markiermaschine auf knapp 5 Kilometern den Verlauf eines Stollens der Zeche, der 1000 Meter unter der Erde bis zum [[Donarfeld]] führt, mit pinker Farbe. Entlang der Strecke fanden an 13 Orten Aktionen statt. | Am [[3. Juni]] [[2023]] fand auf Radbod zum ersten Mal das Aktionskunstfestival „[[Die Strecke]]“ statt. Ausgehend von Radbod markierte das Künstlerehepaar Christiane und Werner Reumke mit einer Markiermaschine auf knapp 5 Kilometern den Verlauf eines Stollens der Zeche, der 1000 Meter unter der Erde bis zum [[Donarfeld]] führt, mit pinker Farbe. Entlang der Strecke fanden an 13 Orten Aktionen statt. | ||
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== Haltestelle == | == Haltestelle == | ||
{{Haltestelle|Zeche Radbod}} | {{Haltestelle-Entwickler|Zeche Radbod}} | ||
== Literatur == | == Literatur == | ||
* Pabst, Wolfgang: [[350 Männer starben | * Stapff, M./Lippmann, W. (1955): [[Zeche Radbod (Buch)|Zeche Radbod]] in Bockum-Hövel – 50 Jahre. Hamm: Altenessener Bergwerks-A.G. | ||
* | * Masannek, Winfried (1974): [[Bockum-Hövel (Buch)|Bockum-Hövel. Erinnerungen an eine junge, dynamische Stadt.]] | ||
* Schroeder, Willi E. (1980): Ein Heimatbuch. Zwei Stadtteile stellen sich vor. Bockum und Hövel. Hamm. | |||
* Pabst, Wolfgang (1982): [[350 Männer starben (Buch)|350 Männer starben nun laßt uns tanzen]]. Lengerich: Pabst Science Publishers (ursprünglich Herne: MC Wolf Verlag), ISBN 3-89967-029-9. | |||
*Voß, Peter: [[Die Zechen in Hamm]]: Bildchronik der Bergwerke Heinrich Robert, Maximilian, Radbod, Sachsen, Westfalen. Werne: Regio-Verlag, ISBN 3-929158-03-5. | |||
* Klönne, Stefan (1999): Radbod/Maximilian/Heinrich-Robert/Sachsen Historischer Abriss der Werksgeschichten und Folgenutzung der Brachflächen. Examensarbeit im Fach Geographie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Eigenverlag. | |||
* Hermann, Wilhelm und Gertrude (2008): Die alten Zechen an der Ruhr. Mit einem Katalog der „Lebensgeschichten“ von 477 Zechen (= Die Blauen Bücher). 6., um einen Exkurs nach S. 216 erweiterte und in energiepolitischen Teilen aktualisierte Aufl. Königstein im Taunus: Verlag Langewiesche, ISBN 978-3-7845-6994-9. | |||
* Schmidt-Rutsch, Olaf/Telsemeyer, Ingrid (Hg.) (2008): [[Die Radbod-Katastrophe|Die Radbod-Katastrophe. Berichte und Zeichnungen des Einfahrers Moritz Wilhelm.]] Essen: Klartext-Verlag, ISBN 978-3-8375-0032-5. | |||
* Hertel, Peter (2018): Vor unsrer Haustür. Eine Kindheit im NS-Staat – früh erlebt, spät erkundet. Münster: agenda Verlag, ISBN 978-3-89688-596-8. | |||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
* [ | * [https://www.industriedenkmal-stiftung.de/denkmale/zeche-radbod Zeche Radbod auf den Seiten der Stiftung Industriedenkmal und Geschichtskultur] | ||
* [ | * [https://www.hamm.de/tourismus/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/industriedenkmaeler/zeche-radbod Zeche Radbod auf hamm.de] | ||
* [http://www.route-industriekultur. | * [http://www.kulturrevier.de/ Website des Kulturrevier Radbod] | ||
* [https://web.archive.org/web/20160607202512/http://www.route-industriekultur.ruhr/themenrouten/07-industriekultur-an-der-lippe/zeche-radbod.html Zeche Radbod auf den Seiten der Route der Industriekultur – Themenroute 7 „Industriekultur an der Lippe“ (Archiv)] | |||
* [http://www.lostareas.de/Bergbau/Radbod/Zeche%20Radbod.htm Bilder Radbod 2003] | |||
== | == Einzelnachweise == | ||
<references /> | <references /> | ||
== Quelle (in Teilen) | == Quelle (in Teilen) == | ||
{{Wikipedia|Zeche_Radbod|234231522}} | {{Wikipedia|Zeche_Radbod|234231522}} | ||
[[Kategorie:Denkmäler]] | [[Kategorie:Denkmäler]] | ||
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[[Kategorie:Bergbau]] | [[Kategorie:Bergbau]] | ||
[[Kategorie:Zechen]] | [[Kategorie:Zechen]] | ||
[[Kategorie:Bockum-Hövel]] | [[Kategorie:Bockum-Hövel (Bezirk)]] | ||
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