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* Ab dem [[13. April]] operiert das 735. Eisenbahn-Betriebs-Bataillon der US-Armee in Hamm und organisiert erste Wiederaufbauarbeiten an der Eisenbahn.<ref>Markus Meinold: Bahnhof Hamm (Westf). Die Geschichte eines Eisenbahnknotens. Hövelhof 2004, S. 26.</ref>  
* Ab dem [[13. April]] operiert das 735. Eisenbahn-Betriebs-Bataillon der US-Armee in Hamm und organisiert erste Wiederaufbauarbeiten an der Eisenbahn.<ref>Markus Meinold: Bahnhof Hamm (Westf). Die Geschichte eines Eisenbahnknotens. Hövelhof 2004, S. 26.</ref>  
* Vermutlich am [[14. April]] kommt es zu einem folgenschweren Zusammenstoß zwischen Bergleuten am [[Schacht Franz]] in [[Herringen]] und ehemaligen Zwangsarbeitern. Dabei kommen mehrere Menschen ums Leben.<ref>vgl. [[:Datei:WA vom 11.04.2020 Stollentragödie von Schacht Franz.jpg|Online-Artikel „Stollentragödie von Schacht Franz“]]</ref>
* Vermutlich am [[14. April]] kommt es zu einem folgenschweren Zusammenstoß zwischen Bergleuten am [[Schacht Franz]] in [[Herringen]] und ehemaligen Zwangsarbeitern. Dabei kommen mehrere Menschen ums Leben.<ref>vgl. [[:Datei:WA vom 11.04.2020 Stollentragödie von Schacht Franz.jpg|Online-Artikel „Stollentragödie von Schacht Franz“]]</ref>
* [[16. April]]: Erstmalig nach dem Zweiten Weltkrieg öffnen Banken und Sparkassen in Hamm.
* Auf Anordnung der Besatzungsmacht scheidet am [[19. April]] der Bürgermeister Dransfeld in [[Heessen]] aus dem Amt. Zu seinem Nachfolger wird der Zechenbeamte Joseph Böker ernannt.<ref>Emil Steinkühler. Heessen (Westf.). Die Geschichte der Gemeinde. Heessen 1952, S. 285.</ref>
* Auf Anordnung der Besatzungsmacht scheidet am [[19. April]] der Bürgermeister Dransfeld in [[Heessen]] aus dem Amt. Zu seinem Nachfolger wird der Zechenbeamte Joseph Böker ernannt.<ref>Emil Steinkühler. Heessen (Westf.). Die Geschichte der Gemeinde. Heessen 1952, S. 285.</ref>


=== Mai ===
=== Mai ===
* Am [[1. Mai]] wird der ehemalige Oberbürgermeister [[Erich Deter]] (NSDAP) von amerikanischen Truppen auf seiner Flucht in Fröndenberg festgesetzt. Am nächsten Tag wird er unter nicht geklärten Umständen in einem Straßengraben erschossen – unter anderem wurde ihm ein Fluchtversuch unterstellt.
* Am [[1. Mai]] wird der ehemalige Oberbürgermeister [[Erich Deter]] (NSDAP) von amerikanischen Truppen auf seiner Flucht in Fröndenberg festgesetzt. Am nächsten Tag wird er unter nicht geklärten Umständen in einem Straßengraben erschossen – unter anderem wurde ihm ein Fluchtversuch unterstellt.
* Vom [[2. Mai]] bis [[3. Mai]] hat sich jeder Hammer Bürger im Alter von 14 bis 60 Jahren und jede Bürgerin im Alter von 16 bis 45 Jahren beim [[Arbeitsamt]] zu melden. Wer keinen Arbeitsplatz nachweisen kann, wird Betrieben zugeteilt und zum Schutträumen eingesetzt.
* Ebenfalls am [[1. Mai]] fahren die Züge der [[Ruhr-Lippe-Kleinbahn]] wieder, und zwar zunächst auf den Strecken Hamm-Lippborg und Hamm–[[Haaren]]–Ahlen.<ref>Markus Meinold: Bahnhof Hamm (Westf). Die Geschichte eines Eisenbahnknotens. Hövelhof 2004, S. 140.</ref>
* Ebenfalls am [[1. Mai]] fahren die Züge der [[Ruhr-Lippe-Kleinbahn]] wieder, und zwar zunächst auf den Strecken Hamm-Lippborg und Hamm–[[Haaren]]–Ahlen.<ref>Markus Meinold: Bahnhof Hamm (Westf). Die Geschichte eines Eisenbahnknotens. Hövelhof 2004, S. 140.</ref>
* Am [[8. Mai]] ist durch die bedingungslose Kapitulation Deutschlands der Zweite Weltkrieg beendet.  
* Am [[8. Mai]] ist durch die bedingungslose Kapitulation Deutschlands der Zweite Weltkrieg beendet.  
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== Wirtschaft ==
== Wirtschaft ==
*Wegen der schlechten Verkehrsverhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg richtet die [[Industrie- und Handelskammer]] Dortmund in Hamm eine Außenstelle ein. Diese kommt im Haus [[Nordstraße 11]] (Ecke [[Ritterstraße]]) unter. Dort befindet sich seinerzeit das [[Café Hasebrink]]. Diese Zweigstelle ist, wenn auch inzwischen zum [[Ostring]] 15 umgezogen, auch heute noch geöffnet.
[[Datei:Emil Haarmann.jpg|mini|rechts|Emil Haarmann]]
*Ernst-Günther und Hildegard Kaps gründen ihr [[Spielwaren Kaps|Spielwarengeschäft]] am [[Marktplatz]] 12.
* Wegen der schlechten Verkehrsverhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg richtet die [[Industrie- und Handelskammer]] Dortmund in Hamm eine Außenstelle ein. Diese kommt im Haus [[Nordstraße 11]] (Ecke [[Ritterstraße]]) unter. Dort befindet sich seinerzeit das [[Café Hasebrink]]. Diese Zweigstelle ist, wenn auch inzwischen zum [[Ostring]] 15 umgezogen, auch heute noch geöffnet.
* Ernst-Günther und Hildegard Kaps gründen ihr [[Spielwaren Kaps|Spielwarengeschäft]] am [[Marktplatz]] 12.
* [[17. Mai]]: Oberbürgermeister [[Emil Haarmann]] startet eine ''Landwirtschaftliche Hilfsaktion''. Otto Middermann, ehemaliger Mitarbeiter der Westfälischen Union im Werk Antwerpen, wird der Hauptkoordinator des Projekts, besucht die landwirtschaftlichen Betriebe und beantragt bei der Militärregierung nach Bedarf Arbeitskräfte und Material zur Instandsetzung von Maschinen und Bauten.


== Gewerkschaften ==
== Gewerkschaften ==
* [[1. August]]: Die Ortsgruppe Bockum-Hövel der Industriegewerk Bergbau, Chemie, Energie wird gegründet.<ref> vgl. [[:Datei:75 Jahre IGBCE Bockum-Hövel - Wa vom 06-10-2020.jpg| WA vom 6.10.2020]] </ref>
* [[1. August]]: Die Ortsgruppe Bockum-Hövel der Industriegewerk Bergbau, Chemie, Energie wird gegründet.<ref>Joachim Best: „Eine Stimme für die Bergleute“ in: [[WA]] vom 6. Oktober 2020</ref>
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Datei:75 Jahre IGBCE Bockum-Hövel - Wa vom 06-10-2020.jpg|„Eine Stimme für die Bergleute“ in: [[WA]] vom 6. Oktober 2020
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== Verkehr ==
== Verkehr ==
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== Bergbau ==
== Bergbau ==
* Am [[16. April]] werden sechs deutsche Bergleute der [[Zeche Heinrich Robert]] durch polnische Zwangsarbeiter im Luftschutzstollen [[Schacht Franz]] ermordet.<ref>Michael Rost: Chronik des Bergwerks Heinrich Robert 1901-2001.100 Jahre Heinrich Robert. Bergbau in Hamm. O.O. o.J.</ref>
* Am [[16. April]] werden sechs deutsche Bergleute der [[Zeche Heinrich-Robert]] durch polnische Zwangsarbeiter im Luftschutzstollen [[Schacht Franz]] ermordet.<ref>Michael Rost: Chronik des Bergwerks Heinrich Robert 1901-2001.100 Jahre Heinrich Robert. Bergbau in Hamm. O.O. o.J.</ref>
* Die [[Zeche Heinrich Robert]] fördert in diesem Jahr 531.492 t Steinkohle. Die Zahl der Belegschaftsmitglieder beläuft sich bei Kriegsende auf 2.955 Personen.<ref>Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994, S. 21.</ref>
* Die [[Zeche Heinrich-Robert]] fördert in diesem Jahr 531.492 t Steinkohle. Die Zahl der Belegschaftsmitglieder beläuft sich bei Kriegsende auf 2.955 Personen.<ref>Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994, S. 21.</ref>
* Die [[Zeche Radbod]] ist zum Kriegsende mit allen fünf Schächten voll in Betrieb. Die Förderung erfolgt hauptsächlich auf der 4. Sohle.<ref>Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994, S. 47.</ref>
* Die [[Zeche Radbod]] ist zum Kriegsende mit allen fünf Schächten voll in Betrieb. Die Förderung erfolgt hauptsächlich auf der 4. Sohle.<ref>Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994, S. 47.</ref>
* Die [[Zeche Sachsen]] wird am [[16. Februar]] und am [[27. März]] durch die Allierten aus der Luft bombardiert. Dabei sterben 92 Beschäftigte des Bergwerks. Am [[6. April]] beginnen auf dem Werksgelände die Aufräumarbeiten. Am [[15. Mai]] wird die Förderung auf der Zeche wieder aufgenommen.<ref>Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994, S. 58–59</ref>
* Die [[Zeche Sachsen]] wird am [[16. Februar]] und am [[27. März]] durch die Allierten aus der Luft bombardiert. Dabei sterben 92 Beschäftigte des Bergwerks. Am [[6. April]] beginnen auf dem Werksgelände die Aufräumarbeiten. Am [[15. Mai]] wird die Förderung auf der Zeche wieder aufgenommen.<ref>Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994, S. 58–59</ref>