Ruhr-Lippe-Kleinbahn: Unterschied zwischen den Versionen

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Die umgangssprachlich '''Ruhr-Lippe-Kleinbahn''' war eine Aktiengesellschaft, die ''AG Ruhr-Lippe-Eisenbahnen'' (RLE), und als solche ein Verkehrsunternehmen, das ein umfangreiches Netz von Kleinbahnstrecken und Omnibuslinien in den früheren Kreisen Arnsberg, Hamm und Soest in Westfalen betrieben hat. Am [[24. Januar]] [[1979]] wurde die Gesellschaft in die neu gegründete [[Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH]] (RLG) eingegliedert.
Die umgangssprachlich '''Ruhr-Lippe-Kleinbahn''' war eine Aktiengesellschaft, die ''AG Ruhr-Lippe-Eisenbahnen'' (RLE), und als solche ein Verkehrsunternehmen, das ein umfangreiches Netz von Kleinbahnstrecken und Omnibuslinien in den früheren Kreisen Arnsberg, Hamm und Soest in Westfalen betrieben hat. Am [[24. Januar]] [[1979]] wurde die Gesellschaft in die neu gegründete [[Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH]] (RLG) eingegliedert.


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Die Geschichte der späteren Ruhr-Lippe-Eisenbahnen beginnt mit Planungen in den 1890er Jahren. In dem nördlich an die Mittelgebirge anschließenden Teil der damaligen preußischen Provinz Westfalen verliefen die Staatsbahnlinien überwiegend in Ost-West-Richtung. Sie folgten den Flussläufen von Lippe, Möhne und Ruhr. Es fehlten aber Verbindungen von Nord nach Süd vor allem quer durch den Höhenzug des Haarstrangs. Weil sich die Preußische Staatsbahn nicht zu einer baldigen Erschließung der abseits der Hauptbahnen liegenden Städte und Dörfer bereit erklärte, ergriff der Landrat des Kreises Soest die Initiative und gründete eine Kleinbahn-Kommission.
Die Geschichte der späteren Ruhr-Lippe-Eisenbahnen beginnt mit Planungen in den 1890er Jahren. In dem nördlich an die Mittelgebirge anschließenden Teil der damaligen preußischen Provinz Westfalen verliefen die Staatsbahnlinien überwiegend in Ost-West-Richtung. Sie folgten den Flussläufen von Lippe, Möhne und Ruhr. Es fehlten aber Verbindungen von Nord nach Süd vor allem quer durch den Höhenzug des Haarstrangs. Weil sich die Preußische Staatsbahn nicht zu einer baldigen Erschließung der abseits der Hauptbahnen liegenden Städte und Dörfer bereit erklärte, ergriff der Landrat des Kreises Soest die Initiative und gründete eine Kleinbahn-Kommission.


Am 12. Dezember 1893 beschloss der Kreistag von Soest den Bau eigener Kleinbahnstrecken. Neben dem Kreis beteiligten sich auch die Provinz Westfalen und der preußische Staat zu je einem Drittel an den Baukosten. Auf Grund der topographischen Verhältnisse entschied man sich für die Meterspur.
Am 12. Dezember 1893 beschloss der Kreistag von Soest den Bau eigener Kleinbahnstrecken. Neben dem Kreis beteiligten sich auch die Provinz Westfalen und der preußische Staat zu je einem Drittel an den Baukosten. Auf Grund der topographischen Verhältnisse entschied man sich für die Meterspur. Am [[18. August]] [[1897]] beschloss auch der [[Kreis Hamm|Landkreis Hamm]] den Bau.<ref>[[Markus Meinold]]: [[Bahnhof Hamm (Westf)]] - Die Geschichte eines Eisenbahnknotens, Hövelhof 2004, Seite 138</ref>


Die am 1. Mai 1898 eröffnete Kreisbahn begann in Hovestadt an der Lippe und führte nach Süden über Oestinghausen zur 13 Kilometer entfernten Kreisstadt Soest an der Staatsbahnstrecke Paderborn–Soest–Hamm und –Unna. Von Soest aus wandte sich die Trasse in westlicher Richtung nach Ostönnen (9 km), wo sie nach Süden abbog und über Niederense (17 km) quer durch die Berge das Ruhrtal bei Neheim-Hüsten (25 km) erreichte. Gleichzeitig verband man durch eine acht Kilometer lange Bahn Ostönnen mit Werl an der Staatsbahn Soest–Unna. Dieses insgesamt 46 Kilometer umfassende Netz wurde im Personen- und Güterverkehr bedient.
Die am [[1. Mai]] [[1898]] eröffnete Kreisbahn begann in Hovestadt an der Lippe und führte nach Süden über Oestinghausen zur 13 Kilometer entfernten Kreisstadt Soest an der Staatsbahnstrecke Paderborn–Soest–Hamm und –Unna. Von Soest aus wandte sich die Trasse in westlicher Richtung nach Ostönnen (9 km), wo sie nach Süden abbog und über Niederense (17 km) quer durch die Berge das Ruhrtal bei Neheim-Hüsten (25 km) erreichte. Gleichzeitig verband man durch eine acht Kilometer lange Bahn Ostönnen mit Werl an der Staatsbahn Soest–Unna. Dieses insgesamt 46 Kilometer umfassende Netz wurde im Personen- und Güterverkehr bedient.


Nun erkannte man auch beim Kreis Hamm die Bedeutung des Kleinbahnbaus. Er errichtete ebenfalls auf eigene Kosten eine schmalspurige Strecke von Hamm Stadt über Rhynern nach Werl, die dort an die Soester Kreisbahn anschloss. Sie war 16 Kilometer lang und nahm am [[1. Februar]] [[1901]] den Betrieb auf. Eine weitere Strecke wurde über Uentrop und Lippborg nach Oestinghausen gelegt (Hovestadt-Soest).
Nun erkannte man auch beim Kreis Hamm die Bedeutung des Kleinbahnbaus. Er errichtete ebenfalls auf eigene Kosten eine schmalspurige Strecke von Hamm Stadt über Rhynern nach Werl, die dort an die Soester Kreisbahn anschloss. Sie war 16 Kilometer lang und nahm am [[1. Februar]] [[1901]] den Betrieb auf. Eine weitere Strecke wurde über Uentrop und Lippborg nach Oestinghausen gelegt (Hovestadt-Soest).
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* Gerd Wolff: ''Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 6 Nordrhein-Westfalen, Nordöstlicher Teil''. EK-Verlag, Freiburg 2000, ISBN 3-88255-664-1
* Gerd Wolff: ''Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 6 Nordrhein-Westfalen, Nordöstlicher Teil''. EK-Verlag, Freiburg 2000, ISBN 3-88255-664-1
* Friedhelm Ketteler: ''In der Heimat fest verwurzelt. Die Ruhr-Lippe Eisenbahnen: Geschichte und Geschichten''. Westfälische Verkehrsgesellschaft mbH, Münster o. J.
* Friedhelm Ketteler: ''In der Heimat fest verwurzelt. Die Ruhr-Lippe Eisenbahnen: Geschichte und Geschichten''. Westfälische Verkehrsgesellschaft mbH, Münster o. J.
== Stele zur Stadtgeschichte ==
{{Stelen zur Stadtgeschichte|Standort=[[Unnaer Straße]] Ecke [[Kleinbahnstraße]]|Bild= Stele Schloss Oberwerries.jpg}}


== Einzelnachweise ==
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