Wambeln: Unterschied zwischen den Versionen

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(Kirchengemeinde Christkönig)
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Die Gründung einer katholischen Kirchengemeinde geht auf Friedrich Bergmann zurück. Am 09.05.1914 fand der erste Gottesdienst im Chor der noch nicht vollständig errichteten Kirche statt. Die Einweihung der komplett fertiggestellten Kirche erfolgte am 23.10.1926. Ihr auffälliges Merkmal war ein weithin sichtbarer Zwiebelturm. Wegen Baumängeln wurde die Kirche 1968 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Näheres siehe im Artikel [[Kirchengemeinde Christkönig]].
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Die Gründung einer katholischen Kirchengemeinde geht auf Friedrich Bergmann zurück. Am 09.05.1914 fand der erste Gottesdienst im Chor der noch nicht vollständig errichteten Kirche statt. Die Einweihung der komplett fertiggestellten Kirche erfolgte am 23.10.1926. Ihr auffälliges Merkmal war ein weithin sichtbarer Zwiebelturm. Wegen Baumängeln wurde die Kirche 1968 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Näheres ist im Artikel [[Kirchengemeinde Christkönig]] nachzulesen.
  
 
== Gewässer in Wambeln ==
 
== Gewässer in Wambeln ==

Version vom 25. August 2019, 16:14 Uhr

Ortstafel Wambeln

Wambeln ist ein Stadtteil von Hamm und Teil des Stadtbezirks Rhynern. Der Ort gliedert sich in die Teile Kuhweide, Dorf und Wambelner Bruch. Wambeln hat aktuell (Sommer 2012) circa 350 Einwohner auf einer Fläche von 520 Hektar.

Geschichtliches [1]

Frühgeschichte

Zur Römerzeit wurde die Gegend von den Brukterern bewohnt, einem friedlichen germanischen Bauernvolk. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass manche Siedlungsstellen in Wambeln uralt sind und bis in die Zeit dieses Volkes zurückreichen. Die Brukterer siedelten einzeln und nahmen ihren Wohnsitz da, wo es Wasser gab. An vielen Höfen in Wambeln gab es früher einen Teich (Ostermann, Nölle, Wietmann, Weber, Stromberg, Pinninghoff, Kallerhoff, Bergmann, Middeler, Hegener). Andere siedelten an einem Bach (Abel, Schüngel, Kröner und Sterthof am Beverbach; im Bruch Voß, Schmale, Schanzmann, Franke und Hinte). Die Bäche führten in alter Zeit infolge der großflächigen Bewaldung des Landes viel mehr Wasser als heute. Zur Zeit von Kaiser Augustus (30 v. Chr. bis 14 n. Chr.) drangen die Römer auf Heerzügen von Xanten her lippeaufwärts in das Gebiet ein und versuchten, es durch Anlage von Militärlagern zu sichern. Nach der vernichtenden Niederlage der Römer im Jahre 9 n. Chr. gaben sie ihre Stützpunkte an der Lippe wieder auf und zogen sich hinter den Rhein zurück. In der Folgezeit entwickelten sich Handelsbeziehungen zwischen Römern und Germanen. Seit etwa 650 n. Chr. eroberten die Sachsen das Land. Ende des 8. Jahrhunderts wurden diese von Karl dem Großen unterworfen. Danach hielt das Christentum Einzug. Die Wambelner Kirchenchronik berichtet: Wambeln ist stets mit Rhynern verbunden gewesen, kirchlich wie politisch. Dieser Ort wird erstmalig um die Jahrtausendwende als ‚Rinheri‘ in den Werdener Urbaren genannt. Bis hierher erstreckte sich im Hochmittelalter der Einflußbereich der Bischöfe von Münster. Rhynern ist gewiß schon vor 1.000 Jahren der Mittelpunkt dieser Gegend gewesen. In vorchristlicher Zeit muß dort eine heidnische Kultstätte gewesen sein, zu der auch schon damals von hier aus ein Weg führte.

Der Ortsname

Hans Bahlow [2] gibt an: Wambeln nördl. Werl und Wamel am Möhnesee sind verschliffen aus Wame-lo, wie Ameln bei Jü-lich aus Ame-lo (vergl. Rame-lo): Wam, am, ram sind praehistorische Termini für Wasser, insonder-heit sumpfiges. Ein Wamelo gibt es auch in Holland, ein Wambewelle in England. Dazu gehören auch Wemel, Wömmel (in Lippe), Wamlentorp, Wantrup. In der Kirchenchronik heißt es dazu: Woher kommt der Name Wambeln? Was mag er bedeuten? Wie Heinrich Broke in seiner ‚Geschichte der Heimat‘ (Breer und Thiemann, 1925) berichtet, findet sich der Name unseres Ortes früher Wanumelon (1050) oder Wamaloh (1090) geschrieben. ‚Lon‘ wäre der Plural von ‚Loh‘ = Gehölz. Wambeln würde demnach ‚leuchtendes Gehölz‘ bedeuten. Nach Hans Bahlow müsste man allerdings übersetzen: „Sumpfiges Gehölz“. Ob die oben erwähnten Urkunden von 1050 und 1090 wirklich von unserem Heimatort berichten, ist nicht gesichert. Wambeln war eine Bauernschaft. Vermutlich ist hier Wambel bei Dortmund gemeint. Selbst die Silbe „loh“ (Wald, Gehölz) ist kein sicherer Hinweis auf Wambeln, denn auch im Zusammenhang mit dem Herrengut Wambel ist immer wieder die Rede von Rechten auf Wald und Gehölz. Vieles deutet darauf hin, daß in allen uns bekannten Urkunden von Wambel bei Dortmund die Rede ist, denn dies war ein Herrensitz, so etwa im 13. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Limburg. Es gibt keinen Hinweis darauf, daß Wambeln Sitz eines Adelsgeschlechtes, eines Klosters oder einer Pfarrei war. Jedoch existiert eine aus dem Jahre 1326 stammende Urkunde, in der tatsächlich ein Bürger aus Wambeln erwähnt wird. Am 16. März (Palmsonntag) ist Everhard Sterthof aus Wambeln Zeuge bei einem Vergleich zwischen den Burgmännern (Erbsälzern) zu Werl und der Stadt (den Bürgern) über die von jenen zu tragenden Lasten. Dies ist wohl die erste Urkunde, in der es sich mit großer Sicherheit um Wambeln handelt [3].

Reformation

Seit jeher gab es enge Beziehungen nach Rhynern. Als sich in hiesiger Gegend die Reformation ausbreitete, blieb der größere Teil der Einwohner katholisch, auch in Wambeln. In Rhynern gab es ein Frauenkloster vom Orden des Hl. Franziskus, und hieß Marienhof. Es wurde es 1811 aufgehoben. Die Klostergebäude sind teils abgebrannt, teils wurden sie abgebrochen. In Rhynern und Umgebung gab es nach früherer Einrichtung sogenannte Hofesgüter, die unter sich nach uraltem Herkommen eine Gemeinde unter einem Hofesherrn bildeten. So war es hier Hofesrecht, daß in Erbfällen der älteste Sohn – und wenn keine Söhne vorhanden, die jüngste Tochter – den Hof erbte. Das Hofesgericht wurde in Hilbeck abgehalten. Das Rhynerner Hofrecht hatte noch im Jahre 1820 Gültigkeit.

Kriegerische Konflikte

Im Jahre 1388 wurde Graf Engelbert von der Mark in einen Krieg mit der Stadt Dortmund verwickelt (Große Dortmunder Fehde, 1388-1389). Die Dortmunder machten einen Einfall in das märkische Gebiet und verwüsteten auch Wambeln und seine Umgebung. Auch in der Soester Fehde (1444-1449) hat die Gegend viel gelitten. Der Salzbach in Scheidingen bildete damals die Grenze zwischen Kurköln und der Mark; er war die Scheide – daher der Name Scheidingen. In den Jahren 1350, 1420 und 1599 herrschte die Pest. – 1622, im 30-jährigen Krieg, hausten nach einer viertägigen Belagerung von Hamm die Lippeschen im Ort. Die Soldaten zogen plündernd und raubend umher und nahmen dem Bauern Ostermann sechs Pferde ab. Dieser folgte ihnen nach und holte sie in Lippstadt wieder ein, musste aber zuerst 36 Reichstaler zahlen, nachdem er vorher sechs Wochen lang „gefenglich gehalten“ war. Auch durch Einquartierung hatte Wambeln zu leiden. Zeitweise herrschte entsetzliche Hungersnot. Manche Bauernhöfe wurden lange Jahre nicht beackert, weil sie von ihren Bewohnern verlassen waren. – Im Siebenjährigen Krieg, im Oktober 1758, flüchteten die Franzosen von Hamm nach Wambeln bis Hilbeck und Illingen und plünderten. In der Schlacht bei Vellinghausen am 16. und 17. Juli 1761 reichte der rechte Flügel der Truppen des Erbprinzen von Braunschweig bis nach Wambeln. Die Höhen waren mit Kanonen besetzt. Der Erbprinz selbst lag in Wambeln. In den Kämpfen standen rund 70.000 Soldaten der Allierten 140.000 Franzosen gegenüber. Diese wurden geschlagen. Nach der Schlacht befand sich im Juli 1761 in Wambeln für einige Tage das allierte Hauptquartier. – Auch in napoleonischer Zeit und in den Befreiungskriegen geriet Wambeln in Mitleidenschaft. Durch ein erhaltenes Anschreibebuch der Familie Nölle, das bis in das erste Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zurückreicht, sind einige Einzelheiten bekannt. Es wird von Fuhren im Auftrag des Militärs nach Werl und Hamm berichtet, aber auch nach Soest und sogar nach Lünen und Hagen. Fast jedes Haus in Wambeln hatte Einquartierungen aufzunehmen; jeder Bauer musste fünf Soldaten nehmen, die Kötter jeweils zwei und „die Geringen haben alle einen gehabt“. Zwei Familien, Ostermann und Middeler, wurden verschont, „weil seine Frau eine Kindbetterin war“. – Im Jahre 1914 traten 23 Heerespflichtige in den Kriegsdienst ein. Bis Ende Januar 1916 war die Zahl der Kriegsteilnehmer auf 40 gestiegen. Die Wambelner Gedenkanlage für die Toten der Weltkriege vor der Christkönig-Kirche führt die Namen von neun Soldaten auf, die aus dem 1. Weltkrieg nicht in ihre Heimat zurückkehrten. Deutlich höher war die Zahl der Opfer im 2. Weltkrieg. Die Gedenkanlage nennt insgesamt 26 Namen. Am 12.04.1945 wurden auf dem Wambelner Friedhof drei Volkssturmmänner und ein Soldat beerdigt, die bei der Eroberung von Wambeln durch die amerikanische Armee am 07.04,1945 zu Tode gekommenen waren. Es handelte sich um Johann Haremsa (Recklinghausen), Dietrich Jansen (Gronau), Bernhard Niehus (Werne) und Helmut Glazowski (Rutenau, Krs. Oppeln).

Statistische Angaben für 1851

M. F. Esselen [4] hielt 1851 über Wambeln fest: „Entfernung von Hamm 1 Meile 45 Minuten. Das Dorf Wambeln und die Bauerschaft Allen bilden eine Steuergemeinde. Wambeln hatte mit dem Weiler Hahnenort 1849 54 evangelische, 271 katholische, zusammen 325 Einwohner. Gebäude: 1 Kommunal-Gebäude, 51 Privat-Wohnhäuser, 1 Mühle, 48 Ställe, Scheunen und Schoppen. Viehstand: 61 Pferde, 184 Stück Rindvieh, 6 Ziegen, 76 Schweine.

Volksschule

Am 22. Mai 1876 wurde in Wambeln eine katholische Volksschule eröffnet, für die im Jahre 1926 ein neues Gebäude mit zwei Klassenräumen fertiggestellt wurde. Mit der Schulreform in Nordrhein-Westfalen wurde die Schule im Jahre 1968 aufgelöst.

Kirchengemeinde Christkönig

Ortsmitte mit aler Kirche im Winter (1950-er Jahre)

Die Gründung einer katholischen Kirchengemeinde geht auf Friedrich Bergmann zurück. Am 09.05.1914 fand der erste Gottesdienst im Chor der noch nicht vollständig errichteten Kirche statt. Die Einweihung der komplett fertiggestellten Kirche erfolgte am 23.10.1926. Ihr auffälliges Merkmal war ein weithin sichtbarer Zwiebelturm. Wegen Baumängeln wurde die Kirche 1968 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Näheres ist im Artikel Kirchengemeinde Christkönig nachzulesen.

Gewässer in Wambeln

In Wambeln gibt es ein Fließgewässer mit Namen Bewerbach.
Dieser kommt aus der Nachbargemeinde Allen und fließt ab Sterthoff´s Wald als Grenze zum Kreis Soest in die Nachbargemeinde Süddinker.

Gastronomie

Mit dem Landgasthaus Kötter gab es in Wambeln einen gastronomischen Betrieb, welcher allerdings zu Ostern 2015 die Pforten nach 130 Jahren familiengeführter Gaststättentätigkeit geschlossen hat.

Vereinsleben

In Wambeln gibt es ein reges Vereinsleben. Dazu zählen:

  • Soldaten- und Bürgerkameradenverein
  • Doppelkopfclub "Das fliegende Blatt"
  • Frauen- und Mütterverein
  • Löschgruppe Wambeln (Wache 17/1) der freiwilligen Feuerwehr Hamm
  • Landjugend Wambeln-Allen

Ein Treffpunkt des Dorflebens ist die Alte Schule Wambeln, welche hauptsächlich von der Feuerwehr und der Landjugend Wambeln-Allen genutzt wird.

Photovoltaik

Im Dorfe Wambeln selbst und auch auf den umliegenden Bauernhöfen kommt immer mehr der Trend zur Energiewende zum Vorschein : Photovoltaikanlagen in fast jeder Größe und Ausrichtung. Auch wenn der technische Sinn oder Unsinn der Photovoltaik unbestritten ist, so entstehen nach dem politischen Willen immer mehr Anlagen auf Haus- oder Scheunendächern und sogar auf neu gebauten Ständerwerken, die optimal ausgerichtet sind für die langandauernde Anstrahlung durch die Sonne.

World Wide Web

Wambeln hatte bis Sommer 2012 als Verbindung mit dem Internet nur ISDN. Diese Leitung schafte 64 kBit/s, als Doppel-B-Leitung auch 128 kBit/s. Ab den 07.04.2012 hatte Wambeln, nach harter eigener Arbeit endlich das lang ersehnte Breitbandnetz via Glasfaserkabel, nämlich das schnelle VDSL, welches bis zu 50 MBit/s schnell ist, dies ist bis zu 833x schneller ist als ISDN.

Biogasanlage Wambeln

Silage 2012

In Wambeln gibt seit dem Jahre 2008 eine Biogasanlage. Im Herbst eines jeden Jahres werden aus Wambeln und der gesamten Umgebung viele Anhänger mit Maissilage angefahren, um die Anlage im Laufe des Jahres in Betrieb halten zu können.

Bushaltestellen

Es gibt in Wambeln mehrere Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs, welche allerdings in den allermeisten Fällen nur von Schülerverkehr an den Schultagen und Einsatzwagen bedient werden :

Bevölkerung im 19. Jahrhundert

Jahr Einwohner
1849 325[5]
1876 366[6]
1933 415[7]
1939 401[8]

Presseberichte

Anmerkungen

  1. Hoffmann, Wilhelm: Aufzeichnungen mit Auszügen aus der Schul- und Kirchenchronik, beendet ca. 1993. Die privaten Aufzeichnungen des letzten Lehrers der Wambelner Schule sind die wesentliche Grundlage für diese Seite.
  2. Hans Bahlow: Deutschlands geographische Namenwelt, Klostermann Verlag, Frankfurt/Main (1965)
  3. F. J. Mehler: Geschichte der Stadt Werl, Verlag A. Stein'sche Buchhandlung (1971), Seite 86/87; Seibertz, Urkundenbuch II, Nr. 617
  4. M.  F. Esselen: Beschreibung und kurze Geschichte des Kreises Hamm und der einzelnen Ortschaften in demselben, in Kommission bei Gustav Grote (1851), S. 128-129
  5. Siehe oben M. F. Essellen 1851
  6. Adreß-Buch für den Regierungs-Bezirk Arnsberg 1877, Arnsberg 1876, S. 35.
  7. vgl. www.verwaltungsgeschichte.de
  8. vgl. www.verwaltungsgeschichte.de

Literatur

Hans Bahlow: Deutschlands geographische Nemenwelt, Vittorio Klostermann, Frankfurtt/Main (1965)


Weblinks