Günter Rinsche: Unterschied zwischen den Versionen

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Rinsche trat im Jahr [[1954]] in die CDU und [[Junge Union Hamm]] ein und wurde im Jahr 1956 als achter Kreissprecher für die Jugendorganisation gewählt. Er blieb dort bis in das Jahr 1959 im Amt. Rückblickend auf seine 50jährige Mitgliedschaft erklärte er 2004, die führenden Persönlichkeiten – Konrad Adenauer und Ludwig Erhard – hätten ihn seinerzeit ebenso überzeugt wie die aus dem christlichen Menschenbild hervorgehenden Prinzipien der Partei.
 
Rinsche trat im Jahr [[1954]] in die CDU und [[Junge Union Hamm]] ein und wurde im Jahr 1956 als achter Kreissprecher für die Jugendorganisation gewählt. Er blieb dort bis in das Jahr 1959 im Amt. Rückblickend auf seine 50jährige Mitgliedschaft erklärte er 2004, die führenden Persönlichkeiten – Konrad Adenauer und Ludwig Erhard – hätten ihn seinerzeit ebenso überzeugt wie die aus dem christlichen Menschenbild hervorgehenden Prinzipien der Partei.
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Bei der Bundestagswahl [[1965]] trat Rinsche das erste Mal als Direktkandidat der CDU im Wahlkreis 109 (Lüdinghausen-Lünen-Hamm) an. Er holte sich den Wahlkreis mit 54,4 %. Auch hier war sein Gegenkandidat von der SPD, Werner Figgen. Bei der Wahl im Jahr 1969 konnte er sich mit 51,9 % erneut den Wahlkreis sichern. Auch bei der Wahl im Jahr 1972 trat er erneut in diesem Wahlkreis an, unterlag jedoch diesmal gegen den Kandidaten der SPD, [[Udo Fiebig]], mit 50,9 %. Da er nicht auf der Landesliste berücksichtigt wurde, schied er somit aus dem Deutschen Bundestag aus.
  
 
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Im Landtag Nordrhein-Westfalen war er von [[1975]] bis [[1980]] Mitglied über die Landesliste (Platz 10) der CDU. Von [[1979]] bis [[1999]] war Rinsche Mitglied des Europäischen Parlamentes und dort von 1989 bis 1999 der CDU/CSU-Gruppe sowie Mitglied im Vorstand der EVP-Fraktion.
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Im Landtag Nordrhein-Westfalen war er von [[1975]] bis [[1980]] Mitglied über die Landesliste (Platz 10) der CDU. Von [[1979]] bis [[1999]] war Rinsche Mitglied des Europäischen Parlamentes und dort von 1989 bis 1999 Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe sowie Mitglied im Vorstand der EVP-Fraktion.
  
 
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Als Nachfolger für [[Wilhelm Krampe]], amtierte Rinsche von 1981 bis 1991 als neunter Kreisvorsitzender der Hammer CDU. [[Oskar Burkert]] folgte ihm nach. 1991 wurde er als bis heute einzige Person der Hammer CDU, zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
  
 
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Version vom 12. Juli 2019, 23:08 Uhr

Günter Rinsche (2010)

Prof. Dr. Günter Rinsche (* 13. Juli 1930 in Hamm; † 3. Juli 2019 ebenda) war ein Volkswirt und Politiker der CDU. Er war von 1964 bis 1979 Oberbürgermeister der Stadt Hamm. In dieser Zeit war er unter anderem für die kommunale Neuordnungen im Jahr 1968 und 1975 verantwortlich. Neben seiner Tätigkeit als Kommunalpolitiker, war er auch in seiner politischen Laufbahn mindestens für eine Wahlperiode Mitglied in allen möglichen überregionalen Parlamenten. Im Jahr 1999 wurde er mit dem großen Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Seit 1990 war er Ehrenbürger der Stadt Hamm.

Leben

Herkunft, Studium und Beruf

Rinsche kam als eines von vier Kindern des Elektro-Ingenieurs Heinrich Rinsche und seiner Ehefrau Agnes geb. Kemper am 13. Juli 1930 in Hamm zur Welt. Er studierte nach seinem kriegsbedingt verzögerten Abitur, welches er im Jahr 1951 am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ablegte, von 1951 bis 1956 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Münster, Köln und Colorado Springs (USA) und promovierte 1959 zum Dr. rer. pol. Von 1956 bis 1958 war Günter Rinsche im väterlichen Unternehmen tätig. Ab 1958 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Köln, ab 1961 als Regierungsrat im Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr von NRW, von 1964 bis 1965 im Landesamt für Forschung in Düsseldorf tätig. 1982 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Münster ernannt.

Privates

Rinsche war mit Ellen Rinsche verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Tod

Nachdem sich Rinsche aufgrund seiner Demenz-Krankheit ab 2010 bereits größtenteils von der Öffentlichkeit zurückzog, starb er am Abend des 3. Juli 2019 in einem Hammer Altenheim.

Trauerfeier in der Liebfrauenkirche

Am 11. Juli 2019 fand zu Rinsches Ehren, eine Trauerfeier in der Liebfrauenkirche, in der er einst getauft wurde, statt, an der 450 Gäste teilnahmen. Politische Gäste waren unter anderem der langjährige Bundestagspräsident Norbert Lammert, der ehemalige Ministerpräsident von Thüringen und Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel und der damals amtierende Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann.

Politische Karriere

Günter Rinsche

Anfänge

Rinsche trat im Jahr 1954 in die CDU und Junge Union Hamm ein und wurde im Jahr 1956 als achter Kreissprecher für die Jugendorganisation gewählt. Er blieb dort bis in das Jahr 1959 im Amt. Rückblickend auf seine 50jährige Mitgliedschaft erklärte er 2004, die führenden Persönlichkeiten – Konrad Adenauer und Ludwig Erhard – hätten ihn seinerzeit ebenso überzeugt wie die aus dem christlichen Menschenbild hervorgehenden Prinzipien der Partei.

Kommunalpolitik

Wahl in den Stadtrat

Bei der Kommunalwahl im Jahr 1956 wurde er das erste Mal in den Hammer Stadtrat gewählt. Er zog durch die Reserveliste der CDU in das Gremium ein. Bei der Wahl im Jahr 1961 konnte er den Wahlkreis 6, 1964 den Wahlkreis 17 sowie bei den Wahlen 1968 und 1969 den Wahlkreis 2 jeweils direkt gewinnen. Bei der ersten Kommunalwahl zur Großstadt Hamm 1975 zog er das letzte Mal über die Reseveliste der CDU ein. 1979 schied Rinsche aus der Kommunalpolitik aus.

Jüngster Oberbürgermeister der Bundesrepublik

Von 1964 bis 1979 war er Oberbürgermeister der Stadt Hamm und in dieser Funktion 1978 bis 1979 Präsident des Städtetages NRW. Bei der konstituierenden Ratssitzung vom 5. Oktober 1964 konnte er sich mit einer CDU-FDP Koalition gegen den bis dahin amtierenden Werner Figgen bei der Wahl zum Oberbürgermeister mit 19 zu 18 Stimmen durchsetzen und wurde somit jüngster Oberbürgermeister in der Bundesrepublik. Nach den Kommunalwahlen 1968 und 1969 (einstimmig) wurde er erneut vom Rat der Stadt Hamm zum Oberbürgermeister gewählt. Zuletzt wurde er nach der zweiten kommunalen Neuordnung im Jahr 1975 mit 30 zu 29 Stimmen gegen Werner Figgen letztmalig zum Oberbürgermeister gewählt.

Berufspolitik

Mitglied im Deutschen Bundestag

Bei der Bundestagswahl 1965 trat Rinsche das erste Mal als Direktkandidat der CDU im Wahlkreis 109 (Lüdinghausen-Lünen-Hamm) an. Er holte sich den Wahlkreis mit 54,4 %. Auch hier war sein Gegenkandidat von der SPD, Werner Figgen. Bei der Wahl im Jahr 1969 konnte er sich mit 51,9 % erneut den Wahlkreis sichern. Auch bei der Wahl im Jahr 1972 trat er erneut in diesem Wahlkreis an, unterlag jedoch diesmal gegen den Kandidaten der SPD, Udo Fiebig, mit 50,9 %. Da er nicht auf der Landesliste berücksichtigt wurde, schied er somit aus dem Deutschen Bundestag aus.

Mitglied im Landtag Nordrhein-Westfalen und im Europäischen Parlament

Im Landtag Nordrhein-Westfalen war er von 1975 bis 1980 Mitglied über die Landesliste (Platz 10) der CDU. Von 1979 bis 1999 war Rinsche Mitglied des Europäischen Parlamentes und dort von 1989 bis 1999 Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe sowie Mitglied im Vorstand der EVP-Fraktion.

Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung

Von 1995 bis 2001 war Günter Rinsche Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Kreisvorsitzender der Hammer CDU und Ehrenvorsitzender

Als Nachfolger für Wilhelm Krampe, amtierte Rinsche von 1981 bis 1991 als neunter Kreisvorsitzender der Hammer CDU. Oskar Burkert folgte ihm nach. 1991 wurde er als bis heute einzige Person der Hammer CDU, zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Auszeichnungen und Ehrungen

  • Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1973)
  • Honorarprofessor der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (1980)
  • Ehrenring der Stadt Hamm (1980)
  • Bundesverdienstkreuz I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1981)
  • Ehrenbürger der Stadt Hamm (1990)
  • Großes Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1999)
  • Komtur des Treudienst-Orden (Rumänien) (2000)
  • Löwenorden (Senegal) der Republik Senegal (2001)

Presseberichte