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Bernhard Moritz Snethlage

Dr. h.c. Bernhard Moritz Snethlage (* 28. Mai 1753 in Tecklenburg; † 19. November 1840 in Berlin) war von 1789 bis 1802 Direktor des Gymnasium Hammonense in Hamm.

Leben

Bernhard Moritz Snethlage studierte zunächst in Duisburg, Leiden (ab 1772) und Utrecht. In Utrecht verdient er sich seinen Unterhalt durch Privatunterricht. Die Studien der Theologie ergänzt er durch Philologie Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften.

Nach dem Studium war Snethlage in den Jahren 1776 bis 1778 als Hauslehrer und Erzieher in Arnheim und Amsterdam tätig. Krankheitsbedingt musste er für einige Zeit in seine tecklenburgische Heimat zurückkehren.

1781 wurde Snethlage als Rektor der oberen Abteilungen und als Mathematiklehrer an das Hammer Gymnasium berufen. Die Berufung zu dem Amt hatte er allerdings schon 1779 erhalten. Dieser Ruf nach Hamm fiel mit der Neuordnung des Gymnasiums in Hamm zusammen.

Offenbar war Snethlage ein begeisterter und begeisternder Lehrer, von dem einer seiner Schüler schrieb: Zum Schulmann war Snethlage geboren; er wußte die schlummernden Fähigkeiten zu wecken und die frische jugendliche Brust mit Luft und Liebe für den Unterricht zu erfüllen. Seine Lehrmethode war nicht geformt nach allgemeinen, abstracten Regeln; sie war Ausdruck und Erguß seiner Individualität: klar, kurz, ernst, lebendig und kräftig. Er erfüllte uns mit Furcht, so lange wir ihm kein Genüge thaten, aber mit Vertrauen, Dank, Liebe und Anhänglichkeit, sobald er mit uns zufrieden sein konnte. (Rulemann Friedrich Eylert, zitiert nach Elektronische Allgemeine Deutsche Biographie, Artikel Snethlage)

Nach dem Weggang des Direktors Theodor Friedrich Stange übernahm er 1789 dessen Amt als Direktor des Hammer Gymnasiums. In seine Zeit in Hamm fällt die Heirat mit Johanna Christina Louise Achenbach (* 17. Juli 1762 in Flierich; † 10. Januar 1855). Aus der Ehe gehen vier Söhne und zwei Töchter hervor. Gelder für die Idee, in Hamm eine Bildungsanstalt für Mädchen zu errichten, wurden 1796 von der Kriegs- und Domänenkammer nicht bewilligt.[1] Dennoch wurde das Projekt einer Höheren Töchterschule durch Privatinitiative realisiert. Am 3. März 1802 ging er als Direktor an das Joachimsthaler Gymnasium in Berlin, das er bis 1826 leitete.

Auszeichnungen

  • 1817 erhält Snethlage einen Ehrendoktortitel der Universität Berlin.

Erhaltene Dokumente

Das Testament der Eheleute Schnetlage/Achenberg ist erhalten. [2]

Anmerkungen

  1. Kayser 2008, S. 146.
  2. siehe Testamente, lfd. Nr. 214

Literatur

  • Aschoff 1980, S. 5.
  • Theodor Berndt: Aeltere Geschichte des Königlichen Gymnasiums in Hamm. 1781–1836, Hamm 1909, S. 56 (Biographie).
  • Festschrift zur 300-Jahr-Feier des Staatlichen Gymnasiums in Hamm. 1657–1957, Hamm 1957, S. 299 Nr. 2.
  • Sigrid Kayser: Bernhard Moritz Snethlage und das "weibliche Erziehungsinstitut" von 1796, in: "Es gibt ausgezeichnete Köpfe hier." Das preußische Hamm um 1800, hrsg. von Maria Perrefort, Hamm 2008 (Notizen zur Stadtgeschichte 14), S. 142-149.